Arkona Blog

50 Jahre Osterfahrt des LRV Berlin

von Thomas Osteroth | Mai 6, 2010 | 2010, Breitensport, Wanderfahrt

Bei der Oster­fahrt 2009 war schon be- kannt. dass es im nächs­ten .Jahr etwas Beson­de­res zu fei­ern gibt. Die 50. Oster- fahrt des LRV Ber­lin auf Wer­ra und We- ser stand bevor! Bei einer Umfra­ge zum Ende der Oster­fahrt fan­den sich eini­ge Frei­wil­li­ge, die bereit waren, an der Ge- stal­tung der 50. Fahrt mit­zu­wir­ken. Unter die­sen waren auch eini­ge Arko­nen vert­re- ten. „Was wol­len wir zum .Jubi­lä­um ma- chen? Wie gestal­ten wir die Fei­ern? Was soll das Geschenk für die gast­ge­ben­den Ver­ei­ne sein? Wel­che Andenken soll es für die Teil­neh­mer geben? Und nicht zu- letzt die Fra­ge: Was soll alles kos­ten?“ Lang­sam wur­de es kon­kre­ter: Zum .Jubi- läum wer­den 50 Teil­neh­mer zuge­las­sen. An- und Abrei­se von Ber­lin mit dem Rei- sebus. Bei den gast­ge­ben­den Ver­ei­nen soll­te es ein Abend­essen mit Geschenk- über­ga­be sein. Um etwas ande­res als die

übli­chen Poka­le zu ver­ge­ben, wur­de die Idee gebo­ren, das „Gol­de­ne Oster­ei“ zu ver­ge­ben. Für die Teil­neh­mer gibt es ein T‑Shirt mit Auf­druck der Fahr­ten­stre­cke. Für Gast­ge­ber und Teil­neh­mer ist noch eine Chro­nik der Oster­fahrt geplant. Das T‑Shirt wird von Veo­lia Was­ser gespon- sert, alle ande­ren Kos­ten wer­den auf die Teil­neh­mer umgelegt.

Wie nicht anders zu erwar­ten, klapp­te natür­lich nicht alles so wie geplant. Das „Gol­de­ne Oster­ei“ soll­te in ein Skull­blatt ein­ge­las­sen wer­den, nur waren natür­lich die benö­tig­ten Skull­blät­ter nicht sofort ver­füg­bar, für das T‑Shirt muss­te erst noch eine Vor­la­ge ange­fer­tigt wer­den, und kei­ner wuss­te, wo das Logo des Spon­sors vor­ge­se­hen war. Für die Chro- nik stell­te uns Man­fred Gan­zer (Der Ini­ti- ator der ers­ten Oster­fahrt) sein Archiv zur Verfügung.

Nun ging es los! In der Anfangs­pha­se küm­mer­te sich sich Mara um die Chro­nik, bis sie aus gesund­heit­li­chen Grün­den aus­fiel. Die Satz­ar­beit über­nahm dann Clau­dia Wag­ner, die auch noch nach Vor­ar­beit von Gun­di die end­gül­ti­ge Gestal­tung der T‑Shirts über­nahm. Gerd Plau­mann von Hel­las Tita­nia stell­te aus den vor­han­de­nen Mate­ria­li­en eine Video­prä­sen­ta­ti­on zusam­men, Wolf­ram Tess­mer von den Frie­sen ver­sorg­te die Pres­se vor Ort mit Infor­ma­tio­nen und Dag­mar Kap­pel war für den Arti­kel im Ruder­sport zustän­dig. Nach­dem die Beschrif­tung der Skulls mit dem „gol­de­nen Ei“ nicht befrie­di­gend aus­fiel, über­nahm Manue­la Fied­ler in letz­ter Minu­te die Neubeschriftung.

Die 50 Teil­neh­mer kamen auch schnell zusam­men, immer­hin hat­ten 12 Arko­nen gemel­det! Für 50 Rude­rer reich­ten die 30 Boots­plät­ze von Uel­zen natür­lich nicht aus, so dass noch Boots­plät­ze aus Ber- lin erfor­der­lich wur­den. Um das Bela­den zu ver­ein­fa­chen, wur­den nur Boo­te aus Span­dau mit­ge­nom­men. Der Span­dau­er RC Frie­sen stell­te bei zwei Teil­neh­mern ein Boot. die ande­ren vier Boo­te kamen von der RUA.

Am Mitt­woch soll­te ver­la­den wer­den, am Diens­tag­abend feil­te ich bis in die Nacht hin­ein an der Boots­ein­tei­lung, um dann am Mitt­woch­mor­gen zu erfah­ren, dass es noch 2 kurz­fris­ti­ge Absa­gen gab. Zum Glück waren die Boo­te noch nicht ver­la­den, so konn­ten wir die Boots­plät­ze noch redu­zie­ren. Am Abend muss­te ich die Boots­ein­tei­lung noch ein­mal neu ma- chen, was soll’s?

Don­ners­tag­nach­mit­tag um 17.00 Uhr star­te­te die 50. Oster­fahrt am Bus­bahn- hof. Fastal­le Teil­neh­mer waren pünkt­lich, nur den Bus­fah­rer traf fast der Schlag, als er das Gepäck für 31 Rude­rer sah! Aber durch geschick­tes Stau­en pass­te doch alles in den Kof­fer­raum! Die Fahrt ver­lief ruhig, es gab zum Glück kei­ne Staus und so kamen wir am Abend in Esch­we­ge an. Nach Begrü­ßung der ande­ren Teil­neh­mer wur­den die Luft­ma­trat­zen aus- gelegt und auf­ge­bla­sen und mehr oder weni­ger zei­tig schla­fen gegan­gen. Frei- tag mor­gen um 7.00Uhr war wecken und danach Früh­stück. Danach muss­ten die Boo­te von den Hän­gern gela­den und auf­ge­rig­gert wer­den. Nach der Obleu­te­be­spre­chung wur­de es noch ganz offi­zi­ell! Der Ruder­ver­ein Esch­we­ge hat­te zum Sekt­emp­fang auf dem Boots­haus­ge­län­de gela­den und neben Ver­eins­ver­tre­tern auch noch den stell­ver­tre­ten­den Land­rat zur Anspra­che über­re­den kön­nen. Die Gast­ge­schen­ke wur­den über­reicht und die pro­fes­sio­nell gestal­te­te Chro­nik be- wun­dert. Als Über­ra­schung bekam jedes Boot von den Esch­we­gern noch ein Ver­pfle­gungs­pa­ket mit hes­si­schen Spe­zia­li­tä­ten und ein­hei­mi­schem Bier über­reicht. Dafür noch ein­mal herz­li­chen Dank!

Jetzt ging es wirk­lich mit 10 Boo­ten aufs Was­ser! Nach 2 km war schon die ers­te Unter­bre­chung: Die Schleu­se Esch­we­ge erwar­te­te uns. Da die Schleu- se eine Selbst­be­die­nungs­schleu­se ist. muss­te der Land­dienst in Akti­on tre­ten. Im letz­ten Jahr hat­te Nils Fied­ler noch geübt. in die­sem .Jahr war er der per­fek­te Schleu­sen­meis­ter! Das Wet­ter war kühl, aber der Wind kam aus der rich­ti­gen Rich­tung und alle Boo­te waren flott unter­wegs. Bei der nächs­ten Schleu­se in Bad Soo­den-Allen­dorf konn­te der Land- dienst sein Kön­nen erneut unter Beweis stel­len. Von man­chen Steu­er­leu­ten gab es mehr oder weni­ger geschick­te Manö­ver bei der Ein­fahrt in die Schleu­sen zu bewun­dern. Die ehe­ma­li­ge Gren­ze im wei­te­rem Fluss­ver­lauf war nur noch für Ein­ge­weih­te zu erken­nen. Durch die Ver­pfle­gungs­beu­tel der Esch­we­ger wur­de die Wirt­schaft in Wit­zen­hau­sen, der offi­zi­el­len Mit­tags­pau­se geschä­digt. denn außer eini­gen Eispor­tio­nen war in

den Beu­teln alles vor­han­den, was ein Rude­rer zum Essen braucht. Der Flut- gra­ben wur­de von allen Mann­schaf­ten pro­blem­los gemeis­tert, das Umtra­gen am „Letz­ten Hel­ler“ ging durch gegen- sei­ti­ger Hil­fe schnell über die Büh­ne und an der letz­ten Umtra­ge in Hann-Mün­den kamen die Gum­mi­stie­fel noch ein­mal zum Ein­satz. Die letz­te Schleu­se auf der Ful­da durf­te Nils nicht mehr bedie­nen, das Per­so­nal woll­te lie­ber selbst auf die Knöp­fe drü­cken! Nach dem Bezie­hen der Schlaf­plät­ze und dem Duschen war im benach­bar­ten Sport­ka­si­no ein Buf­fet mit Geschen­küber­ga­be an die Gast­ge­ber des RV Hann- Mün­den auf dem Pro­gramm. Spä­ter wur­de es denn doch noch im Über­nach­tungs­raum ruhi­ger, denn am nächs­ten Mor­gen stand um 7.00 Uhr Wecken auf dem Programm!

Am Sams­tag mor­gen fing nach dem reich­hal­ti­gem Früh­stück der „Ernst des Lebens“ wie­der an. Das Gepäck muss- te in die Land­dienst­fahr­zeu­ge ver­la­den wer­den, das Boots­haus muss­te auf­ge- räumt wer­den und außer­dem woll­ten wir ja auch noch rudern. Das Schleu­sen klapp­te wie­der pro­blem­los, Nils durf­te wie­der nicht auf die Knöpf­chen drü­cken, alle ande­ren fühl­ten sich den Umstän­den ent­spre­chend mehr oder weni­ger gut. für die rest­li­che Stre­cke gab es we- der Schleu­sen noch Umtra­ge­stel­len. Der Wind blies wie­der aus der rich­ti­gen Rich­tung und die nächs­ten Zie­le Wahm­beck bzw. Wür­gas­sen lagen in erreich­ba­rer Nähe. In Wür­gas­sen wur­de der Land- dienst aus­ge­tauscht und die letz­ten 21 km waren auch noch zu ertra­gen. Am Abend gab es end­lich wie­der ein sehr reich­hal­ti­ges Buf­fet. die Über­ga­be der Gast­ge­schen­ke fand vor­her im klei­nen Rah­men statt, denn der ers­te Vor­sit­zen- de hat­te noch ande­re Ter­mi­ne. Für die Pres­se wur­de die Über­ga­be noch ein­mal mit Ger­da Zell, der ehe­ma­li­gen Vor­sit­zen- den, nach­ge­stellt. Irgend­wann am Abend wur­de, wie auf Fotos doku­men­tiert, auch noch getanzt. Die Weck­zeit am nächs­ten Mor­gen war wie üblich um 7.00 Uhr.

Am Mor­gen das übli­che Pro­gramm: Früh­stü­cken, ver­pa­cken, Boo­te zu Was­ser, los­ru­dern. Der Wind kam wie an den ver­gan­ge­nen Tagen wie­der aus der rich­ti­gen Rich­tung. Die meis­ten Boo­te mach­ten Rast in Pol­le, nach­dem die Fäh­re pas­siert war, die bei der zwei­ten Oster­fahrt einem Boot zum Ver­häng­nis gewor­den war. (Man soll­te hin­ter Fäh­ren ent­lang­fah­ren, nicht unten durch!)

In Boden­wer­der leg­ten nur noch die Boo­te an, die Land­dienst­wech­sel hat­ten. Zur letz­ten Etap­pe zeig­te uns Petrus noch ein­mal, wie das Wet­ter zu Ostern auch sein kann: Es zogen schwar­ze Wol­ken auf, es don­ner­te und blitz­te und zu al- lem Über­fluss fing es auch noch an zu hageln! Nach der Gewit­ter­front gab es als Beloh­nung wenigs­ten noch einen schö­nen Dop­pel­re­gen­bo­gen. In Hameln wur­den die Boo­te gerei­nigt. danach be- zogen die Rude­rer ihre Schlaf­plät­ze und rei­nig­ten sich eben­falls, denn es war ein Abschieds­abend vor­ge­se­hen. Es wur­den nicht nur die Gast­ge­schen­ke an Hell­mut Griep vom gast­ge­ben­den Ver­ein We­ser Hameln über­ge­ben, end­lich bekam auch jeder Rude­rer sein Exem­plar der Chro­nik über­reicht. die auch gebüh­rend bewun­dert wur­de. Das Buf­fet von der Gas­tro­no­min Dag­mar Dep­ping über­traf alle vor­he­ri­gen Buf­fets! (Abneh­men kann man schließ­lich auch nach Ostern!) Die Weck­zeit für den nächs­ten Tag war na­türlich um 7.00 Uhr!

Nach dem wie­der mehr als reichli­chem Früh­stück und Gepäck­ver­la­den gin­gen die Boo­te zu Was­ser, alle pass­ten ohne Pro­ble­me in die rie­si­ge Stadt­schleuse, und die letz­ten 35 km lagen vor uns. Zum Abschluss der Fahrt gab es noch eine unan­ge­neh­me Überraschung:

GEGENWIND! Zu allem Über­fluss war der auch noch ziem­lich frisch. Am Ziel in Rin­teln muss­ten die Boo­te noch abge­rig­gert und auf die Boots­an­hän­ger ver­la­den wer­den. Wenn vie­le anpa­cken, ist das auch schnell getan. Als Abschieds­es­sen mal kein Buf­fet. es gab Kar­tof­fel­sa­lat und Würst­chen. Der Bus nach Ber­lin kam mit einer hal­ben Stun­de Ver­spä­tung, aber die Rück­fahrt ging stau­los über die Büh­ne. Am Mitt­woch­abend wur­de der Boots­an­hän­ger bei den Frie­sen ent­la­den, die Boo­te auf­ge­rig­gert und vier Boo­te mit ins­ge­samt acht Rude­rern zum Heimatha­fen RUA zurückgerudert.

Da sich bei mir kein Teil­neh­mer be­schwert hat. gehe ich davon aus, dass es den meis­ten doch eini­ger­ma­ßen ge­fallen hat. Die nächs­te Oster­fahrt fin­det mit klei­nem Pro­gramm und maxi­mal 30 Teil­neh­mern statt.

Bernd Skoe­ries

Down­load hier: 50 Jah­re Osterfahrt

Die Traditions-Langstreckenregatta „Quer durch Berlin“ fand dieses Jahr zum 97. Mal statt – aufgrund von Bauarbeiten am Spreeufer in der Innenstadt verlief die Strecke jedoch nicht von Jungfernheide zum Haus der Kulturen der Welt, sondern vom RC Tegel zum LRV.

Auf dem Sattelplatz vor den Sunset Stufen der Greenwichpromenade herrschte am Regattatag ab 10.00 Uhr das übliche Treiben, die Radfahrer mussten sich an zahlreichen Booten vorbeischlängeln und viele Fußgänger schauten dem Spektakel interessiert zu. Materialablage und Steg waren in meinen Augen wesentlich besser als an der Jungfernheide, das Wetter – viel Wind – jedoch sehr üblich für den Tegeler See.

Gestartet wurde in ca. 30s Abstand zwischen den Crews vor dem RC Tegel: es wurde - etwas windgeschützt - vorbei an den Inseln Scharfenberg und Valentinswerder in den Hohenzollernkanal, bis kurz vor die Mäckeritzbrücke, gerudert. Aufgrund des starken Gegenwinds war für alle Mannschaften die erste Hälfte der Strecke besonders anstrengend. Hatte man es aber in den Hohenzollernkanal geschafft, ruderte es sich mit leichtem Schiebewind wesentlich angenehmer. Auf dem Saatwinkler Steg, auf und unter der Tegeler Brücke standen viele Familienmitglieder, Freunde und Vereinskamerad*innen, die uns lautstark anfeuerten. Manch einer radelte auch an der Strecke entlang. Das Ziel war leider etwas schlecht zu erkennen – irgendwann bimmelte es aus einem Busch am Saatwinkler Damm. Am LRV war deutlich mehr Platz zum Anlegen als in der Innenstadt, so dass es nicht lange dauerte – und auch hier gab es die bewährte Unterstützung durch Arkon*innen für die erschöpften Sportler*innen.

Vielen Dank für einen tollen Regattatag – mein Dank gilt vor allem den vielen Helfer*innen!

Hier die Ergebnisse im Einzelnen:

1. Platz:                       Gwendolin Leishman im JF 4x+A

1. Platz:                      Wiebke Kaufhold im MW8+ E

1. Platz:                      Yehor Zakharov, Ben Luis Häber und Lilly Herbach im JM 8+B

1. Platz:                       Dorothea Schmidt, Katja Czerr, Birte Ganz, Martina Banthau und Sibille Pletsch im MW 4x+ D (Gig)

2. Platz:                       Valentin Schlegel im SM8+ A

2. Platz:                       Stefan Forner, Jörg Irmer und Arnold Hiß im MM 4+ E (Gig)

3. Platz:                       Martina Taschner, Katja Simon, Marina de Groot, Anita Ulrich und Katrin Lohmann im MW4x+ C (Gig)

Herzlichen Glückwunsch!

Sibille Pletsch

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