Arkona Blog

Bericht über die Wanderruderfahrt auf der Donau vom 10. bis 20. Mai 2011

von Thomas Osteroth | Okt. 6, 2011 | 2011, Breitensport, Wanderfahrt

End­lich war es soweit! Nach vie­len Vor­bereitungen und Besprech ungen konn­te nun die Rei­se begin­nen. Die 16 Ruderka­meraden (ein­schließ­lich der zwei Kamera­den vom RV Col­le­gia) tra­fen sich zu frü­her Stun­de um 6.45 Uhr im Flug­ha­fen­ge­bäu­de in Tegel. Nach der all­ge­mei­nen Begrü­ßung wur­de ein Schluck auf den Geburts­tag von Die­ter F. getrun­ken. Bei der Abfer­ti­gung gab es zuwei­len Schwie­rig­kei­ten wegen der mit­ge­führ­ten Ret­tungs­wes­ten, die gas­ge­füll­te Patro­nen enthielten.

Zur Begrü­ßung an Bord der Maschi­ne der „Air Ber­lin“ weh­te mir kräf­tig „Ber­li­ner Luft“ ent­ge­gen: Auf die Fra­ge nach ande­ren als den auf dem Tisch­chen lie­gen­den Zei­tun­gen ant­wor­te­te die Stewardess:

„Sind wir hier am Kiosk?“

Nach ruhi­gem Flug wur­den wir in Wien von zwei Klein­bus­sen zum Quar­tier ge­bracht. Da wir zu so frü­her Stun­de – ca. 9 Uhr – unse­re Zim­mer noch nicht bezie­hen konn­ten, wur­de das Gepäck in einem Raum ein­ge­schlos­sen, ver­se­hent­lich zusam­men mit Die­ter F., der sich durch lau­tes Klop­fen, das wir beim Weg­ge­hen gera­de noch mit­bekamen, bemerk­bar machte.

Sogleich ging es wei­ter mit Straßen­bahn und Bus in die Innen­stadt zum Treff­punkt für die Stadt­rund­fahrt. Die kul­tu­rel­le Viel­falt und über 2000 Jah­re Geschich­te wur­den uns wäh­rend einer Bus­rund­fahrt ver­mit­telt. Zwei der vie­len Höhe­punk­te waren die Besich­ti­gung des Hun­dert­was­­ser-Hau­ses mit sei­ner bun­ten Archi­tek­tur und Natur­ver­bun­den­heit sowie der Besuch des Ste­phans­do­mes in sei­ner gewal­ti­gen Dimen­si­on. Wir haben die 343 Stu­fen bis zum Aus­sichts­turm in 70 Metern Höhe er­klommen und genos­sen die Aussicht.

Zwi­schen­durch hat­te sich Mittagshun­ger ein­ge­stellt. der in den unter­ir­di­schen Gewöl­ben des Restau­rants „Fiqlrnül­ler“ gestillt wer­den konn­te. „Fiqlrnül­ler“ ist für sei­ne Rie­sen­schnit­zel – auch Elefantenoh­ren genannt – bekannt. Eini­ge der Kamera­den konn­ten ihre Por­ti­on nicht schaffen.

Der Nach­mit­tag stand zur frei­en Ver­fügung und wur­de zum Bum­meln, Cafe­hausbesuch oder ein­fach als Ruhe­pau­se nach frü­hem Auf­ste­hen genutzt. Die Rück­fahrt zur Ein­nah­me der Zim­mer erfolg­te gemein­sam. Zum Abend­essen und Aus­klang des Tages tra­fen wir uns in einer „Wienerwald“-Gaststätte, die in der Nähe unse­rer Unter­kunft lag.

Am 2. Tag ging es schon um 7.15 Uhr mit dem Bus­trans­fer nach Donau­hort zum Wie­ner Re. Dort wur­den wir von Man­fred Klein erwartet.

Man­fred Klein, der neben ande­ren Sie­gen 1988 als Steu­er­mann zur Goldme­daille des Ach­ters bei­trug, war wesent­lich an der Gestal­tung unse­rer Fahrt betei­ligt. Nicht nur, dass er uns in sei­nem Haus in Kim­le Unter­kunft bie­ten konn­te, stell­te er uns auch die not­wen­di­gen Boo­te zur Ver­fügung. Dar­über hin­aus soll­ten die guten Kennt­nis­se und Ver­bin­dun­gen von Man­fred und sei­ner unga­ri­schen Frau zum Ge­lingen der Fahrt beitragen.

Nach kur­zer Begrü­ßung durch Man­fred Klein über­nah­men wir unse­re Boo­te und mach­ten sie ruder­fer­tig, wäh­rend unser Gepäck im Fahr­zeug von M. Klein ver­sorgt wur­de. Schließ­lich konn­ten wir so rechtzei­tig able­gen, dass wir die Schleu­se Nuss­dorf vor 9 Uhr erreichten.

Auf dem Donau­ka­nal ruder­ten wir durch das Zen­trum von Wien mit sei­ner einmali­gen Archi­tek­tur. Nach 17 Kilo­me­tern mün­dete der Kanal in die Haupt­do­nau. Auf dem brei­ten Fluss ging es bei erheb­li­cher Strö­mung gut voran.

Um 12 Uhr mach­ten wir bei Orth Pause.

An der Mün­dung eines klei­nen Nebenflus­ses gegen­über einer alten Schiffs­müh­le bot eine von Bäu­men beschat­te­te Wie­se Ge­legenheit. unser Lunch­pa­ket zu ver­zeh­ren. Da nun die Kap­pen­ord­nung galt. gab es die ers­ten Lacher über Kame­ra­den, die die Re­geln (trin­ken mit Kap­pe, essen ohne Kap­pe) nicht genü­gend beach­te­ten. Eini­gen gelang in der Pau­se sogar ein Schläfchen.

Um 13 Uhr wur­de zur Wei­ter­fahrt wie­der abge­legt. Durch die etwas gleichförmi­ge Donau-Auen­land­schaft kamen wir vor­bei an Hain­burg, der mit­tel­al­ter­li­chen Stadt. mit ihrem Schloss­berg. Gleich dahin­ter lag der Brauns­berg, auf dem sich in alter Zeit eine kel­ti­sche Sied­lung befun­den hat. Links nach der Mün­dung der March (Mora­va) begann nun die Slo­wa­kei mit der Stadt De­vin. Ihre gro­ße Burg am Ufer war gut zu sehen. Ab Hain­burg änder­te sich die Land­schaft. Bewal­de­te Hügel zeig­ten sich.

Nach der Ankunft bei einem Was­sersportverein in Bra­tis­la­va (ca. 16 Uhr) muss­ten die Boo­te wie­der abge­rig­gert und ver­la­den wer­den. Dabei woll­te eine Mut­ter sich nicht von der Schrau­be lösen. Erst mit einem Trenn­schlei­fer konn­te das Pro­blem besei­tigt wer­den. Beim Trans­port nach Kim­le hat­te der Fah­rer mit hef­tigem Ver­kehr um Bra­tis­la­va zu kämp­fen. Zum ande­ren ging der Motor des Bus­ses mehr­fach aus, so dass sich die Befürch­tung breit­mach­te. dass wir auf der Stra­ße lie­gen blei­ben. Aber nach­dem der Fah­rer mit­be­kom­men hat­te, dass die Stö­rung nur im 4. Gang ein­trat. konn­ten wir Kim­le ohne wei­te­re Schwie­rig­kei­ten errei­chen. Die­ser Ort soll­te uns Quar­tier für die nächs­ten fünf Näch­te bieten.

Das üppi­ge Abend­essen nah­men wir auf der Veran­da eines Land­gast­hau­ses ein. Da Ver­pfle­gung und Unter­kunft gut waren, herrsch­te all­ge­mei­ne Zufriedenheit.

Am 3. Tag wur­den die Boo­te nach Ra­jka gebracht und wie­der auf­ge­rig­gert. Wir ruder­ten nun auf der Moso­ni-Donau wei­ter. Die­ser Neben­arm der Donau mit vie­len engen Fluss­win­dun­gen und dicht ans Was­ser rei­chen­den Ästen der Bäu­me ver­lang­te den Steu­er­leu­ten vol­le Auf­merk­sam­keit ab. Trotz­dem zog sich ein Kame­rad durch einen zu tief hän­gen­den Ast eine Strie­me im Ge­sicht zu. Der Anblick die­ser ver­hält­nis­mä­ßig leich­ten Ver­let­zung führ­te bei den Kamera­den natür­lich zu spöt­ti­schen Bemer­kun­gen nach dem Mot­to: Bei wel­cher Schlä­ge­rei hast du dir denn das zugezogen?

Die Mit­tags­pau­se fand in einer klei­nen Gast­stät­te am Was­ser in Halas­zi statt. Die Wei­ter­fahrt wur­de bei Mosonmag­yarovar kurz unter­bro­chen, da die Boo­te um ein Wehr getra­gen wer­den muss­ten. Wei­ter ging es durch eine urwald­ähn­li­che Gegend, weit­ge­hend natur­be­las­sen mit Baum­res­ten im Fluss­lauf. In Kim­le wie­der ange­kom­men erwar­te­te uns ein von Man­fred Klein und Frau vor­be­rei­te­tes Abendes­sen. Es gab zünf­ti­ges Kes­sel­gu­lasch, dazu unga­ri­schen Weiß- und Rot­wein. Beim anschlie­ßen­den Zusam­men­sein entpupp­te sich Mar­kus als rich­ti­ger Märchenerzäh­ler mit bei­na­he glaub­wür­di­gem Gesicht. Man­fred Klein erzähl­te uns aus sei­ner Zeit als Steu­er­mann im Ach­ter und wie er mit sei­ner Mann­schaft 1988 die Goldmedail­le bei den Olym­pi­schen Spie­len in Se­oul gewann. – Wie wir erfuh­ren, sind die Renn­ach­ter so leicht. dass zwei Rude­rer sie mit einer Hand in die Höhe stem­men kön­nen. Jeder Sitz muss ein Gewicht von ca. 100 Kilo­gramm tra­gen. Ohne wissen­schaftliche Mit­ar­beit ist ein sol­ches Boot nicht konstruierbar.

Am Mor­gen des 4. Tages hat­te ich mich an die Geräu­sche mei­ner dörf­li­chen Um­gebung lang­sam gewöhnt. Um 5 Uhr Läu­ten der Kir­chen­glo­cken, davor und danach Hun­de­ge­heul und Häh­ne­krä­hen. Eine rich­tige Idyl­le! Die Fahrt ging wei­ter von Kim­le nach Györ. Die urwüch­si­ge Land­schaft ver­änderte sich nicht. Das Fahr­was­ser blieb schwie­rig. Schließ­lich wur­de einem Boot durch ein Unter­was­ser­hin­der­nis das Steu­er her­aus­ge­he­belt. Da die Boo­te mög­lichst in Sicht­wei­te fuh­ren, konn­te durch ein an­deres Boot schnell Hil­fe geleis­tet werden.

Die selbst­ver­sorg­te Pick­nick­pau­se um 12 Uhr war bei Dunas­zent­pal Um 16 Uhr kamen wir beim RC Györ an. Für Györ war eine Über­ra­schung ange­kün­digt wor­den. Die Neu­gier dar­auf war offen­bar so groß, dass auf die von Man­fred Klein angebote­ne kur­ze Besich­ti­gung der Alt­stadt verzich­tet wur­de. Viel­mehr woll­ten fast alle mög­lichst schnell zu dem Frei­luft­re­stau­rant am Markt­platz, wo Plät­ze reser­viert waren. Vor dem Abend­essen fand dann für uns eine folk­lo­ris­ti­sche Tanz­dar­bie­tung statt. Eri­ka Klein hat­te sie arran­gie­ren las­sen. Die Vor­führung wur­de mit gro­ßer Begeis­te­rung auf­ge­nom­men. Ein­zel- und Grup­pen­tän­ze wur­den meis­ter­lich dar­ge­bo­ten. Es war ein Genuss! Nach dem Essen fuhr uns der Bus zurück nach Kimle.

Der 5. Tag war ruder­frei! Der Bus brach­te uns nach kur­zer Fahrt nach Bra­tis­la­va di­rekt zur Burg. Von dort hat­te man eine wei­te Sicht hin­über nach Öster­reich und Ungarn. An der Burg erwar­te­te uns ein qua­li­fi­zier­ter Frem­den­füh­rer, der uns in zwei­ein­halb Stun­den sei­ne Stadt vor­stell­te. Lie­be­voll mach­te er uns mit der His­to­rie, der gegen­wär­ti­gen poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on und den wich­tigs­ten Sehens­wür­dig­kei­ten bekannt. Eine Fül­le von geschicht­li­chen Da­ten pras­sel­te auf uns ein.

Zum Mit­tag­essen such­ten wir ein his­torisches Restau­rant auf. Danach wur­de in klei­nen Grup­pen die Stadt auf eige­ne Faust erkun­det. Durch die Eis­ho­ckey-Wel­t­­meis­ter­schaft war die Stadt gut besucht.

Bra­tis­la­va ist eine schö­ne leben­di­ge Stadt mit bemer­kens­wer­ter Archi­tek­tur, vie­len Restau­rants und gemüt­li­chen Cafes. Schö­ne Geschäf­te laden zum Bum­meln ein. Um die Stadt aber rich­tig ken­nen­zu­ler­nen, soll­te man erheb­lich mehr Zeit haben.

Für die Rück­fahrt um 16.30 Uhr tra­fen sich alle wie­der am aus­ge­mach­ten Platz an der Donau. Zum Abend­essen fuh­ren wir zu einer Gast­stät­te für Kanu­ten in Kim­le. Das Essen war extra für uns bestellt wor­den. Eine reich­hal­ti­ge Tafel mit verschiede­nen Fleisch­ge­rich­ten und Bei­la­gen, dazu Sup­pen und Des­sert stand für uns bereit. Alles gute Haus­manns­kost! Es war nicht zu schaf­fen. Dann ein Schei­de­be­cher bei Man­fred Klein. Erst­mals hat­te es gegen Abend kur­ze Schau­er gegeben.

Am 6. Tag ging es bei leich­tem Re­gen von Györ mit den Boo­ten wei­ter. Kurz hin­ter Györ erreich­ten wir nun wie­der die Haupt­do­nau. Bei dem brei­ten Strom mit sei­nem Schiffs­ver­kehr muss­ten die Steu­er­leu­te sehr auf­pas­sen. Auch das recht­zeitige Aus­wei­chen der schein­bar plötz­lich auf­tau­chen­den Bojen berei­te­te zuwei­len Schwie­rig­kei­ten! In Gönyü war Mittags­pause. In einer uri­gen Gast­stät­te konn­ten wir unse­re Selbst­ver­pfle­gung ein­neh­men. Die Geträn­ke wur­den beim Wirt geordert.

Das Wet­ter hat­te sich inzwi­schen ge­bessert. Wir fuh­ren wei­ter in der gewohn­ten Fluss­au­en­land­schaft. Unser Ziel war der Kanu­ver­ein in Komar­no. (slo­wa­ki­sche Sei­te). Lei­der erwisch­ten wir eine fal­sche Ein­mün­dung und bemerk­ten den Feh­ler erst. nach­dem der recht gro­ße, aber sehr öde Hafen von Komar­no durch­quert wor­den war. Also zurück zur Donau geru­dert und in die Mün­dung des Flus­ses Vah. Nach drei Kilo­me­tern fluss­auf­wärts bei kräf­ti­gem Gegen­wind waren wir end­lich am Ziel. Von dort ging der Trans­fer mit dem Bus zum Abend­essen in einem origi­nellen unga­ri­schen Restau­rant in der Nähe von Gön­vü. Wir aßen zu Zigeu­ner­mu­sik. Das Ange­geigt­wer­den war für uns etwas unge­wohnt. Aber die Musik ver­brei­te­te un­garische Atmosphäre.

Zurück in Kim­le nah­men wir von Man­fred Klein und Frau „offi­zi­ell“ Abschied und über­reich­ten als klei­nes Dan­ke­schön das Blatt eines Skulls mit unse­ren Unterschrif­ten – Die ange­neh­me und beque­me Un­terkunft im Hau­se Klein wird allen in guter Erin­ne­rung bleiben.

Am 7. Tag ging es wie­der früh los. Das Gepäck muss­te nach Esz­t­er­gom, und wir muss­ten zu den Boo­ten in Komar­no. Dort leg­ten wir um 10 Uhr ab. Pau­se war in Pis­zke kurz vor 13 Uhr mit Selbstverpflegung.

Um 14 Uhr wei­ter nach Esz­t­er­gom. Um 16.10 Uhr kamen wir dort an. Nach Able­gen der Boo­te auf dem Gelän­de des Ruder­clubs gin­gen wir zu Fuß zu unse­rer Pen­si­on. Das Gepäck war schon da. Wir konn­ten die Stadt auf eige­ne Faust erkunden.

Esz­t­er­gom hat sei­ne bes­se­ren Zei­ten hin­ter sich. Vie­le Bau­wer­ke stam­men aus der k. und k.-Zeit. sind aber ver­nach­läs­sigt. Die Basi­li­ka aller­dings ist sehenswert.

Das Abend­essen fand in einem lan­destypischen Restau­rant statt. Der Ver­such, hin­ter­her noch woan­ders ein Eis zu essen, schei­ter­te, da alles geschlos­sen war.

Am 8. Tag bra­chen wir mit den Boo­ten um 9 Uhr auf. Die Land­schaft wur­de jetzt hüge­li­ger. Die Burg Visegrad rag­te auf der rech­ten Sei­te der Donau hoch. Sie gilt als ein wich­ti­ges Denk­mal der unga­ri­schen Renais­sance. Danach ver­lie­ßen wir den Haupt­strom und ruder­ten auf der Szen­ten­d­re-Donau wei­ter. Pau­se in Tahi­tot­fo­lu mit Selbstverpflegung.

Um 17 Uhr erreich­ten wir Külk. Die Boo­te konn­ten in einem Ruder­club abge­legt wer­den. Nach kur­zer Pau­se in einem Gartenlo­kal kamen wir zu Fuß in unse­rem Hotel­schiff an. Es ist ein alter rus­si­scher umge­bau­ter Schau­fel­rad­damp­fer von impo­san­ten Aus­maßen. Unser Gepäck war gut angekom­men. Die Zim­mer waren bequem. Zum Abend­essen tra­fen wir uns am geräu­mi­gen Heck und hat­ten einen schö­nen Blick in Rich­tung Buda­pest. Bei einem male­ri­schen Mond­auf­gang ver­klang der Tag.

Am 9. Tag begann die letz­te Ruder­etappe. Die Fahrt durch Buda­pest führ­te an vie­len bekann­ten Sehens­wür­dig­kei­ten vor­bei – wie der ca. drei Kilo­me­ter lan­gen Mar­ga­re­ten­in­sel. der Mar­ga­re­ten­brü­cke, dem monu­men­ta­len Par­la­ments­ge­bäu­de, der Hei­li­gen­fi­gur St. Geliert und der Buda­Burg -, um nur das Wich­tigs­te zu nen­nen, was beim Rudern zu sehen ist. Schließ­lich war das Ziel Szaz­ha­lom­bat­ta erreicht. Dort wur­den die Boo­te abge­rig­gert und an Man­fred Klein zurückgegeben.

Nach einem Fuß­marsch von vier Kilo­metern konn­ten wir mit der Regio­nal­bahn nach Buda­pest fah­ren. Vom Bahn­hof ging es mit Taxen zu dem Hotel „Cita­del­la“ auf dem Geliert­berg. Wir wohn­ten in ehema­ligen Kase­mat­ten der alten Festungsanlage.

Abends aßen wir in einem Restau­rant mit folk­lo­ris­ti­schen Dar­bie­tun­gen. Von der Burg hat­ten wir einen herr­li­chen Blick auf die präch­tig illu­mi­nier­te Stadt.

Der 10. Tag war wie­der ein­mal Kultur­tag. – Das Früh­stück konn­ten wir dank des Ver­hand­lungs­ge­schicks eines Kame­ra­den im Restau­rant neben dem Hotel einneh­men. Gestärkt bum­mel­ten wir in die Stadt zum Aus­gangs­punkt der Bus­rund­fahrt und war­fen dabei einen Blick in die Markt­halle. Die Besich­ti­gungs­fahrt dau­er­te ca. drei Stun­den und ver­mit­tel­te einen guten Über­blick. Sodann besuch­ten wir kurz das Par­la­ments­ge­bäu­de mit sei­ner präch­ti­gen Aus­stat­tung. Das Par­la­ments­ge­bäu­de, das größ­te Bau­werk Ungarns, ist 268 Meter lang und 123 Meter breit. Im Kup­pel­saal – die Kup­pel ragt 96 Meter hoch – sind die unga­ri­schen Krö­nungs­in­si­gni­en mit der Ste­phans­kro­ne aus­ge­stellt. Die prachtvol­le Innen­aus­stat­tung ist äußerst beeindruckend.

Bei dem wei­te­ren Stadt­bum­mel muss­ten wir vor einem kur­zen Regen­schau­er unter die Mar­ki­sen eines Cafes flüch­ten. Been­det wur­de der Tag im ‚Tro­fea-Grill“. wo zum fes­ten Preis belie­big geges­sen und getrun­ken wer­den konn­te. Zurück in das Hotel ging es Je nach Wahl: zu Fuß, mit dem Taxi oder den öffent­li­chen Ver­kehrsmitteln. In Buda­pest kön­nen übri­gens Per­so­nen ab 65 Jah­re mit den Verkehrs­mitteln kos­ten­los fahren.

Am 11. und letz­ten Tag bedank­te sich der Fahr­ten­lei­ter Bernd beim Früh­stück bei sei­nen Hel­fern. Erwähnt wur­de, dass Marc und Franz ohne zu steu­ern die gan­ze Fahrt nur geru­dert haben. Mar­kus kün­dig­te an, dass als Dank für Bernd im Herbst ein Unga­ri­scher Abend gestal­tet wer­den soll. Kurz vor 11 Uhr bra­chen wir mit dem Bus auf und erreich­ten gegen 14 Uhr den Flug­ha­fen Wien-Schwe­chat. Bei der Ab­fertigung hat­ten eini­ge Kame­ra­den wie­der Schwie­rig­kei­ten wegen der Rettungswes­ten. Schließ­lich lan­de­ten wir fast pünkt­lich – 18.20 Uhr – in Tegel. und Ber­lin hat­te uns wieder.

Zusam­men­fas­send kön­nen wir sagen, dass die Rei­se per­fekt orga­ni­siert war. Ins­be­son­de­re die Beför­de­rung des Gepäcks zu den ver­schie­de­nen Quar­tie­ren klapp­te her­vor­ra­gend. Die Fahrt war in jeder Hin­sicht inter­es­sant und unter sport­li­chen Gesichts­punk­ten anspruchs­voll – immer­hin wur­den 365 Kilo­me­ter geru­dert. Da auch das Wet­ter fast nur son­nig war, ist wohl jeder Wunsch erfüllt worden.

Erhard Pan­ten / Jür­gen Hass

Down­load hier: Donau­fahrt Mai 2011

Die Traditions-Langstreckenregatta „Quer durch Berlin“ fand dieses Jahr zum 97. Mal statt – aufgrund von Bauarbeiten am Spreeufer in der Innenstadt verlief die Strecke jedoch nicht von Jungfernheide zum Haus der Kulturen der Welt, sondern vom RC Tegel zum LRV.

Auf dem Sattelplatz vor den Sunset Stufen der Greenwichpromenade herrschte am Regattatag ab 10.00 Uhr das übliche Treiben, die Radfahrer mussten sich an zahlreichen Booten vorbeischlängeln und viele Fußgänger schauten dem Spektakel interessiert zu. Materialablage und Steg waren in meinen Augen wesentlich besser als an der Jungfernheide, das Wetter – viel Wind – jedoch sehr üblich für den Tegeler See.

Gestartet wurde in ca. 30s Abstand zwischen den Crews vor dem RC Tegel: es wurde - etwas windgeschützt - vorbei an den Inseln Scharfenberg und Valentinswerder in den Hohenzollernkanal, bis kurz vor die Mäckeritzbrücke, gerudert. Aufgrund des starken Gegenwinds war für alle Mannschaften die erste Hälfte der Strecke besonders anstrengend. Hatte man es aber in den Hohenzollernkanal geschafft, ruderte es sich mit leichtem Schiebewind wesentlich angenehmer. Auf dem Saatwinkler Steg, auf und unter der Tegeler Brücke standen viele Familienmitglieder, Freunde und Vereinskamerad*innen, die uns lautstark anfeuerten. Manch einer radelte auch an der Strecke entlang. Das Ziel war leider etwas schlecht zu erkennen – irgendwann bimmelte es aus einem Busch am Saatwinkler Damm. Am LRV war deutlich mehr Platz zum Anlegen als in der Innenstadt, so dass es nicht lange dauerte – und auch hier gab es die bewährte Unterstützung durch Arkon*innen für die erschöpften Sportler*innen.

Vielen Dank für einen tollen Regattatag – mein Dank gilt vor allem den vielen Helfer*innen!

Hier die Ergebnisse im Einzelnen:

1. Platz:                       Gwendolin Leishman im JF 4x+A

1. Platz:                      Wiebke Kaufhold im MW8+ E

1. Platz:                      Yehor Zakharov, Ben Luis Häber und Lilly Herbach im JM 8+B

1. Platz:                       Dorothea Schmidt, Katja Czerr, Birte Ganz, Martina Banthau und Sibille Pletsch im MW 4x+ D (Gig)

2. Platz:                       Valentin Schlegel im SM8+ A

2. Platz:                       Stefan Forner, Jörg Irmer und Arnold Hiß im MM 4+ E (Gig)

3. Platz:                       Martina Taschner, Katja Simon, Marina de Groot, Anita Ulrich und Katrin Lohmann im MW4x+ C (Gig)

Herzlichen Glückwunsch!

Sibille Pletsch

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