Arkona auf der historischen Strecke in Henley.
Die Henley Women’s Regatta ist die bedeutendste Regatta für Frauen im Vereinigten Königreich. Jedes Jahr treten mehr als 2.000 Ruderinnen und Steuerleute – aus den Bereichen Junioren, Universität, Verein und internationaler Spitzensport sowie aus dem gesamten Vereinigten Königreich und darüber hinaus – auf dieser traditionsreichen Strecke der Themse gegeneinander an.
Für viele Mannschaften und Skull-Ruderinnen ist die Henley Women’s Regatta ein wichtiges Saisonziel.
Mehr als 77 % der Frauen, die das britische Ruderteam bei den Olympischen Spielen 2024 vertraten, hatten im Laufe ihrer Karriere bereits bei der HWR gewonnen.
Neben der traditionellen Henley Royal Regatta (1839) über 2.112m sowie dem „Womens Henley“ (1988) über 1500m, gibt es seit 1994 ebenfalls das „Masters Henley“ über 1000m.
Für Wiebke und mich (Mandy) stand der Traum einmal Henley fahren bereits seit mind. 6 Jahren fest, aber nie passte es mit dem Regattaplan der Ruderbundesliga. Nun im Jahr 2026 sollte endlich ein Haken auf der Bucketlist gesetzt werden. Nachdem wir keinen Achter als auch keinen Vierer zusammen bekommen haben, entschieden wir uns waghalsig mit 2 Monaten intensiver Vorbereitung im Zweier ohne zu melden.
Henley ist berühmt für seine kapplige und anspruchsvolle Strecke. Während man auf anderen Regattastrecken mit Bojen die Bahnen abgrenzt, gibt es dort die sogenannten Booms – schwimmende Begrenzungen aus Holzbalken. Wenn man diese trifft, ist ein Bootsschaden nicht zu vermeiden. Ebenfalls ist interessant, dass Henley ein eigenes Regelwerk für die Rennen besitzt, da die Regatta älter ist als die meisten nationalen und internationalen Verbände.
So ging es am Donnerstag (18.6) nach der Arbeit in den Flieger Richtung London, natürlich mit Werkzeug im Handgepäck, was wir freundlicherweise behalten durften. Am Abend folgte ein Dinner für alle international Crews und eine erste Streckenbesichtigung von Land.
Am Freitag ging es los mit den TimeTrails (Zeitfahren), in welchen man sich für die K.O. Runden qualifizieren konnten. In einem sehr hochklassigen Feld (Boatrace Siegerinnen, Olympiateilnehmerinnen) konnten wir uns mit Platz 5 für das erste K.O. Rennen und damit Achtelfinale am Samstag qualifizieren. Bei starkem Gegenwind konnten wir uns auch hier deutlich für die nächste Runde qualifizieren. Damit war unser Minimalziel erfüllt, aber wir wollten natürlich mehr. 😉
Also ging es im Viertelfinale, wieder bei starkem Gegenwind und Mobowellen, gegen die teilweise halb so alte Konkurrenz. Die ersten 200m konnten wir unsere Sprintqualitäten ausspielen und den Bugball vorlegen, mussten am Ende aber doch Edingburgh im Ziel den Vorrang lassen.
Unsere Reise auf dem Wasser war damit beendet aber wir nehmen sehr viele positive Erlebnisse mit sowie einer Top6 Platzierung. Henley ist atemberaubend und einzigartig als Regatta. Neben den Rennen – im Boot im Einteiler und am Land im Kleid – ist die Regatta ein Riesen großes gesellschaftliches Event.
Wir sind immer noch gehyped von Henley, deren ruderbegeisterten Einwohnern, dem wie der Rudersport dort unterstützt wird und dem Feeling vor Ort. Wahrscheinlich waren wir nicht das letzte Mal dort.
