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In die Schweiz zum Vier­wald­stät­ter See soll­te es an die­sem frü­hen Sonn­tag­mor­gen von Ber­lin aus gehen. Um 6 Uhr mach­te sich der Pack­meis­ter bei der Ruder-Uni­on Arko­na Ber­lin an die Arbeit und ver­stau­te Kof­fer, Ruder­sä­cke und wei­te­res Zube­hör in den Ver­eins­bus und einen wei­te­ren PKW. Dann ging es auch schon los.

Die übli­che Navi­hö­rig­keit führ­te zeit­wei­se zu getrenn­ten Wegen, beim ers­ten Stopp in Bay­ern tra­fen wir uns wie­der. Exakt 12 Stun­den nach dem Start erreich­ten wir unser Ziel, das Hotel Schlüs­sel in Alp­nach. Dort mach­ten wir uns abends mit der Spei­se­kar­te und den doch etwas ande­ren Prei­sen vertraut.

Am nächs­ten Mor­gen waren alle überpünkt­lich um den Früh­stücks­tisch ver­sam­melt. Eine über­aus freund­li­che Bedie­nung frag­te stän­dig nach unse­ren Wün­schen und ver­sorg­te uns mit Küb­li voll Kaf­fee, Bröt­li und Küch­li. Die­se über­bor­den­de Freund­lich­keit war so unge­wohnt, dass dem ein oder ande­ren wohl schon „Nun is aber jut und schö­nen Tach och“ auf der Zun­ge lag, aber als Haupt­städ­ter mit mul­ti­kul­tu­rel­lem Erfah­rungs­hin­ter­grund wuss­ten wir uns zu benehmen.

Beim RC Reuss in Luzern wur­de uns dann der See­bär vor­ge­stellt, ein Rie­me­nach­ter mit auf der Boots­kan­te ange­brach­ten Dol­len und ver­setz­ten Roll­sit­zen. Beim ers­ten Anblick kamen kurz Zwei­fel auf, ob man die­ses brei­te Boot wohl dre­hen kön­ne. Wider Erwar­ten ging das doch ganz gut, 6 vor­ne und 6 hin­ten und schon lag der tipp-topp gepfleg­te „Acht­zig­jäh­ri­ge“ in den Böcken.

Seebär mit Seebären

(See­bär plus Team, Foto: Wolf­gang Schmidt)

Das Boots­haus des RC Reuss von 1922 bein­druckt durch eine Viel­zahl von neu­en Boo­ten und macht einen sehr gepfleg­ten Ein­druck. Auch in den ande­ren Ver­ei­nen, die wir ken­nen­lern­ten, über­wog die­ser Eindruck.

Unse­re ers­te Fahrt führ­te uns zum RC Stans­stad. Ange­neh­me Tem­pe­ra­tur und ein leich­tes Lüft­chen waren opti­ma­le Bedin­gun­gen, um sich mit dem behä­bi­gen See­bä­ren ver­traut zu machen und die Berg­ku­lis­se zu bewundern.

Start mit dem Seebär

(Start mit dem See­bär, Foto: Wolf­gang Schmidt)

Nach kur­zer Ein­ge­wöh­nungs­zeit lief das Boot ganz gut, unse­re Ret­tungs­wes­ten hat­ten wir vor­schrifts­mä­ßig neben uns liegen.

Boot läuft

(Boot läuft, Foto: Bernd Stoeckel)

Ver­gli­chen mit dem Wann­see war nicht viel los. Ganz sel­ten nur hieß es „Ruder halt“ um auf den von Fäh­ren oder Motor­boo­ten gewor­fe­nen Wel­len zu schau­keln. Segel­boo­te kamen uns nur sel­ten in die Quere.

Am nächs­ten Tag ging es nach Küss­nacht zum RC Rigi. Hier eskor­tier­te uns der Prä­si­dent des Ver­eins – ein gebür­ti­ger Stutt­gar­ter – im Einer zum Boots­haus. Die­ses Boots­haus wur­de von der Gemein­de in Holz­bau­wei­se errich­tet mit einer ganz­sei­ti­gen Ple­xi­glas­wand, licht­durch­flu­tet und vom Feins­ten. Auch über das Pro­ce­de­re der Ein­bür­ge­rung konn­ten wir etwas erfah­ren. „Nen­nen Sie uns mal fünf Sehens­wür­dig­kei­ten von Luzern!“ Auch dass eine Gemein­de schon mal Antei­le der Grund­steu­er erstat­tet, wenn das Stadt­sä­ckel gefüllt ist, ver­setz­te uns in Stau­nen. Glück­li­che Schweiz!

RC Rigi

(RC Rigi, Foto: Bernd Stoeckel)

Am Abend führ­te uns Fahr­ten­lei­ter Bernd durch Luzern. Beein­dru­ckend sind die drei Brü­cken über die Reuss, die bekann­tes­te wohl die 1993 abge­brann­te aber schon nach acht Mona­ten wie­der auf­ge­bau­te Kapellbrücke.

Kapellbrücke und Stadt

(Kapell­brü­cke und Stadt, Foto: Joa­chim Bläck-Neumann)

Spä­ter saßen wir dann im Rat­haus­kel­ler an einem gro­ßen, qua­dra­ti­schen Tisch zusam­men. Jeder hat­te jeden im Visier, eini­ge(!) bedau­er­ten, dass die Kap­pen­ord­nung aus­ge­setzt war. Nur gut, dass wir noch einen klei­nen Nacht­marsch durch die quir­li­ge Stadt machen muss­ten, um zu den Autos zu kom­men, die wir beim RC Reuss par­kiert hatten.

Die Ruder­ka­me­ra­den aus Flüe­len hat­ten uns schon am Abend zuvor gewarnt, die Fahrt dort­hin zu unter­neh­men, denn es war Föhn ange­sagt und somit lag die Gefahr von Gewit­ter und hef­ti­gen Böen in der Luft. Die Wet­ter und Wind­ver­hält­nis­se auf dem Vier­wald­stät­ter See sind doch so ganz ande­re als bei uns auf der Havel. So war es kei­ne Fra­ge, dass wir unse­re Pla­nung änder­ten und statt­des­sen nach Alp­nach­stad fuh­ren. Bei kräf­ti­gem Gegen­wind lan­de­ten wir in der Nähe des Schwimm­ba­des an und mach­ten uns dort über das vom Land­dienst auf­ge­bau­te Pick­nick her. Am Nach­mit­tag ging es dann zur bekann­ten Regat­ta­stre­cke Rot­see, eine wind­ge­schütz­te 2000 Meter Stre­cke, ein­ge­bet­tet in ein Natur­schutz­ge­biet. Die spä­te­re Fahrt zur Ein­nah­me von Kaf­fee und Kuchen in einem inner­städ­ti­schen Café stell­te höchs­te Anfor­de­run­gen an unse­re Fah­rer, sind doch die Stra­ßen in Luzern extrem eng mit einer Park- und einer Fahr­spur aber zuläs­si­gen zwei Fahrt­rich­tun­gen. Unse­re Chauf­feu­re schaff­ten das ohne Tou­chie­ren und ohne sich ein Knöll­chen ein­zu­fan­gen. Letz­te­res kann in der Schweiz schnell sehr teu­er werden.

Am nächs­ten Tag gab es kei­ne Sicht auf die Ber­ge, statt­des­sen Regen­sa­chen an – Regen­sa­chen aus, über­wie­gend war es aber tro­cken. Das Ziel war der Ort Bür­gen­stock. „Hä, Wie?“ „Bir­ken­stock?“ Der Land­dienst konn­te den Ort aber nicht errei­chen, die Zufahrts­we­ge waren gesperrt. Aus Sicht der Anwoh­ner sicher­lich eine klu­ge Ent­schei­dung. Über dem klei­nen noch ursprüng­li­chen Ort ragen zwei rie­si­ge Beton­käs­ten, offen­sicht­lich Hotels oder Sana­to­ri­en. Die Ent­schei­dung im Boot, ob direkt zurück zum RC Reuss oder wei­ter nach Stans­stad, war schnell getrof­fen und mit­tels moder­ner Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik dem Land­dienst mit­ge­teilt. Wir ruder­ten nach Stans­stad, das wir bereits bei bes­ten Wet­ter­be­din­gun­gen (sie­he Foto) ein­mal am Mon­tag besucht hat­ten.  

RC Stansstad Steg

(RC Stans­stad Steg, Foto: Wolf­gang Schmidt)

Dies­mal pick­nick­ten wir bei leich­tem Regen und ermög­lich­ten so dem Vor­mit­tags­land­dienst eine klei­ne Ruder­tour zurück nach Luzern. Dort konn­ten wir bei einem Bier auf der über­dach­ten Ter­ras­se dem nun ein­set­zen­den Platz­re­gen so rich­tig zufrie­den zuschauen.

Am Abend ging es mit der Seil­bahn zur Berg­wirt­schaft Alpg­schwänd hin­auf auf 1216 m.

Seilbahn

(Seil­bahn, Foto: Joa­chim Bläck-Neumann)

Ich ent­schied mich für das Gericht „Älp­ler­ma­gro­nen“. Hät­te es noch einen zwei­ten Inter­es­sen­ten für die­ses lan­des­ty­pi­sche Gericht gege­ben, wäre es zünf­tig in der Dach­rin­ne ser­viert wor­den. So bekam ich ein Tel­ler­ge­richt mit reich­lich Milch­nu­deln, Kar­tof­feln, Röst­zwie­beln und einem Schäl­chen Apfel­mus. Kalo­ri­en­mä­ßig reich­te das bis zum nächs­ten Abend. Nur gut, dass es im Hotel noch einen Absa­cker in Form eines Küb­li gab.

Auch am nächs­ten Tag tief­ver­han­ge­ner Him­mel. Vom Aus­par­kie­ren am Hotel bis zu den ers­ten Kom­man­dos im Boot dau­er­te es nur­mehr 45 Minu­ten. Wir stei­ger­ten uns mäch­tig. Den Hin­weg zum Ver­ein fan­den wir schon ohne Navi. Harald par­kier­te den Bus, die Grif­fe am See­bär saßen, selbst das Dre­hen wur­de ohne Zau­dern und Beden­ken schnell und prä­zi­se aus­ge­führt. Kei­ner wuss­te es irgend­wie bes­ser, sodass auch der klei­ne Mann auf der Roll­schie­ne funk­tio­nier­te und wuss­te, was zu tun ist. Das ist ein gutes Mann­schafts­ge­fühl.  Es ging heu­te nach Weg­gis, vor­bei an „Bür­gen­stock“ und ohne Anlan­den zurück. Neben den vie­len an den Hang gekleb­ten Flach­bau­ten pas­sier­ten wir auch immer mal wie­der herr­schaft­li­che Vil­len oder schloss­ar­ti­ge Gebäu­de mit Türm­chen und Erkern, die dann einen Foto­s­topp not­wen­dig machten.

Weggis

(Weg­gis, Foto: Bernd Stoeckel)

Im Ver­ein ver­zehr­ten wir dann die Res­te unse­res Pick­nick­vor­ra­tes und nach kur­zem Zwi­schen­stopp im Hotel ging es dann mit PKW Rich­tung Urner­see, unser ursprüng­li­ches Ziel vom Mitt­woch. Vom Berg her­ab hat man einen herr­li­chen Aus­blick auf den See und die Gemein­de Flüe­len.  Auf dem Pan­ora­ma­weg wer­den mit­tels Schau­käs­ten mit beweg­li­chen Bil­dern Sze­nen der Schwei­zer Geschich­te dar­ge­stellt. In Becken­ried wur­de dann der Nach­mit­tags­kaf­fee ein­ge­nom­men und der ein oder ande­re nahm die Gele­gen­heit wahr den Rad­damp­fer zu fotografieren.

Raddampfer

(Rad­damp­fer, Foto: Joa­chim Bläck-Neumann)

Abends war für uns das Stüb­li reser­viert, um das Nacht­mahl ein­zu­neh­men. Früh um sie­ben am nächs­ten Mor­gen ver­sam­mel­ten wir uns zum Früh­stück, bedank­ten uns noch ein­mal herz­lich bei der Dame vom Buf­fet für ihre Freund­lich­keit. Und dann ging es zurück nach Ber­lin, die­ses Mal mit einer Punkt­lan­dung um 19:00 Uhr nach genau 11 Stun­den Fahr­zeit. Vie­len Dank an die bei­den Fahr­ten­lei­ter Bernd & Bernd für die exzel­len­te Pla­nung und das her­vor­ra­gen­de Impro­vi­sa­ti­ons­ge­schick bei unvor­her­seh­ba­ren Wetterumschwüngen.

Hein­rich

 

 

 

 

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