+49 30 361 13 13

office@ru-arkona.de

32. Sportschiffer-Gottesdienst an der Heilandskirche in Sacrow

von Thomas Osteroth

27. September 2013

Wanderfahrt am 21. September 2013 

Zwei Wochen vor der Ver­an­stal­tung erhielt ich vom SRCF eine Mail, dass der SRCF zum Sport­schif­fer-Got­tes­dienst in und an der Hei­lands­kir­che in Sacrow zu einer Kirch­boot­fahrt ein­lädt. Geplant ist eine Wan­der­fahrt, anders gesagt eine Wannsee-Umfahrt.

Per­fekt, dach­te ich mir. Da ich lan­ge nicht mehr im Kirch­boot des SRCF saß, mel­de­te ich mich und Peter sofort für die­se Fahrt an. Kirch­boot­fah­ren ist ja eine klas­se Sache, es macht Spaß, man kann durch die Wel­len rei­ten und muss nicht stän­dig anhal­ten. 14 Leu­te rudern, es ist mal was ande­res, ich war begeis­tert. Gedan­ken gin­gen mir durch den Kopf. Wir Arko­nen hat­ten ja auch mal wie­der über­legt, das Boot aus­zu­lei­hen, aber irgend­wie hat es nicht geklappt, ihr wisst es selbst: der Ter­min­ka­len­der eines Rude­rers ist fast immer mit irgend­wel­chen Fahr­ten geblockt und voll.

Vier Tage vor dem Ter­min kam eine wei­te­re Mail vom SRCF, es sind nur fünf Anmel­dun­gen. Oh Schreck, mei­ne Wün­sche, mit dem Kirch­boot zu fah­ren, redu­zier­ten sich dras­tisch. Also rühr­ten wir Teil­neh­mer noch­mal die Wer­be­trom­mel für die Fahrt, aber ohne Erfolg. Der Frei­tag vor­her, wo wir Ange­mel­de­ten noch­mals wei­te­re Rude­rer zur Teil­nah­me bewe­gen woll­ten, fiel im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes ins Was­ser. Es war tie­risch kalt und es reg­ne­te den gan­zen Tag in Strömen.

Doch am Sams­tag war es dann wie immer: das Ruder-Wet­ter wird am Steg gemacht! Das Kirch­boot lag wohl­be­hü­tet auf sei­nem Anhän­ger und ruh­te. Wir ver­kapp­ten Kirch­bootru­de­rer hat­ten natür­lich eine Alter­na­ti­ve: einen Ach­ter. Da wir nur acht Per­so­nen waren, ruder­ten wir auf einem Platz unter­be­setzt, aber das war über­haupt kein Pro­blem. Wir zwei Arko­nen, drei Frie­sen, zwei Col­le­gia­ner und ein Pichels­ber­ger star­te­ten zu einer Wann­see-Umfahrt. Zuerst war es noch die­sig und dunk­le Wol­ken beglei­te­ten uns. Doch das Wet­ter wur­de immer bes­ser, schon bald gab es die ers­te Klei­der­ord­nung an Bord. Wir ruder­ten zuerst über den Wann­see und die Seen­ket­te. Bei Asto­ria leg­ten wir an, aller­dings war dort nie­mand, auch kei­ne Bewirt­schaf­tung. Kurz über­leg­ten wir, ob wir im Tel­tow­ka­nal anle­gen und Pau­se machen, ver­war­fen aber die­se Idee, denn von Asto­ria zur Hei­lands­kir­che ist es ja nun wirk­lich nicht weit. Die Son­ne schien, es war warm, 17 Grad, es war ein super Tag zum Rudern. Wir leg­ten um 12:45 h in der Havel­bucht vor der „Hei­lands­kir­che am Port“ an, so wie es jetzt heißt. Extra zu die­sem Got­tes­dienst wur­de ein Steg ange­bracht, den wir Rude­rer nut­zen konn­ten. Ruder-Kol­le­gen aus Wer­der zogen uns net­ter­wei­se an den Steg, sie war­te­ten auf ihren Vie­rer, der erst spä­ter anlandete.

Über den Steg und über den Hügel hol­ten wir den Ach­ter raus und leg­ten ihn auf die Wie­se. Kur­ze Zeit spä­ter kamen noch zwei Zwei­er von Hevel­la und die Wie­der­se­hens­freu­de war groß, hat­ten sie doch Kuchen mitgebracht!

Auf der Web­site der Hei­lands­kir­che  fin­den wir noch wei­te­re Infor­ma­tio­nen: „Süd­lich des Bran­den­bur­ger Dor­fes Sacrow steht am Havel­ufer die Hei­lands­kir­che am Port von Sacrow, die auf einer Land­zun­ge in den Fluss hin­ein­ragt. Die auf­grund ihrer Lage und ihres Stils außer­ge­wöhn­li­che Kir­che, ver­ein­facht „Hei­lands­kir­che“ genannt, ent­stand 1844 als sakra­les Gebäu­de im ita­lie­ni­schen Stil mit frei­ste­hen­dem Cam­pa­ni­le (Glo­cken­turm) nach Zeich­nun­gen, die der „Roman­ti­ker auf dem Thron“ Fried­rich Wil­helm IV., ent­wor­fen hat­te. Der „Archi­tekt des Königs“ Lud­wig Per­si­us, erhielt den Auf­trag zur Bauplanung.

Die Kir­che liegt rund ein­hun­dert Meter unter­halb des klei­nen Sacrower Schlos­ses und gehört zu des­sen Schloss­park, den der Gar­ten­künst­ler Peter Joseph Len­né eben­falls in den 1840er Jah­ren weit­räu­mig umge­stal­te­te. Hei­lands­kir­che und Schloss wur­den nach der Wen­de in den 1990er Jah­ren restau­riert und sind Teil der Pots­da­mer Havel­land­schaft, die von der Pfau­en­in­sel bis nach Wer­der reicht und mit ihren Schlös­sern und Gär­ten als Ensem­ble seit 1990 als Welt­kul­tur­er­be unter dem Schutz der UNESCO steht. Das male­risch zwi­schen Fon­ta­nes „Kul­tur­strom“ Havel, der sich hier zum Jung­fern­see öff­net, dem Sacrower See und Wäl­dern ein­ge­bet­te­te Dorf Sacrow gehört seit 1939 zum süd­west­lich gele­ge­nen Pots­dam.“

Da wir sehr früh­zei­tig anleg­ten, konn­te ich noch den Park erkun­den. Inter­es­sant waren die vie­len Hin­weis­ta­feln auf die Erschlie­ßung des Park-Gelän­des nach der Wen­de. In ein­zel­nen zeit­li­chen Abschnit­ten wird dar­ge­stellt, wie sich der Park von der Mau­er bis jetzt gewan­delt hat. Beson­ders gut gefal­len hat mir die „Römi­sche Bank“, eine klei­ne Aus­sichts­platt­form in Form einer halb­run­den Bank, die 2006 von Lieb­ha­bern restau­riert und wie­der­eröff­net wurde.

Die Pfingst­ge­mein­de aus Pots­dam, die die­sen Got­tes­dienst aus­rich­tet, hat­te diver­se Kuchen, Würst­chen und Geträn­ke im Ange­bot. Der Ren­ner war aller­dings ein rie­si­ges Käse­ku­chen-Stück, das auch her­vor­ra­gend schmeck­te. Eini­ge von uns saßen an einem Bier­tisch, die ande­ren waren am Boot geblie­ben. Hier, zur Was­ser­sei­te fand dann auch der Got­tes­dienst statt. Das dies­jäh­ri­ge Mot­to lau­te­te „Im Sturm des Lebens“, zitiert wur­den Bibel­aus­schnit­te zu die­sem The­ma. Der Öku­me­ni­schen Arbeits­kreis Kir­che und Sport ver­an­stal­tet die­sen Got­tes­dienst und jedes Jahr wird das Ende der Was­ser­sport­sai­son besie­gelt. Die Pre­di­ger wen­den sich bei die­ser Form von Got­tes­dienst natür­lich an die „Sport­schif­fer“, d. h. an die Motor­boo­te auf dem Was­ser und hiel­ten die Pre­dig­ten zur See­sei­te ab, auf der Land­sei­te wur­de alles per Laut­spre­cher über­tra­gen. Ca. 50 Boo­te konn­te ich zäh­len; außer unse­ren Ruder­boo­ten an Land hielt sich ein Vie­rer vom FRCW tap­fer auf dem Wasser.

Pre­di­ger waren die Pröps­tin Frie­de­ri­ke von Kirch­bach, Evan­ge­li­sche Kir­che, der Dekan, Pater Hans-Georg Löff­ler OFM, Katho­li­sche Kir­che, sowie der Pfar­rer Tile­man Wiar­da der evan­ge­li­schen Pfingst­ge­mein­de Pots­dam. Außer­dem spiel­te der Lan­des­po­sau­nen­chor der Evan­ge­li­schen Kirche.

Nach dem Got­tes­dienst brach­ten wir schnell die Boo­te zu Was­ser und ruder­ten zurück zu den Frie­sen. Plan­mä­ßig leg­ten wir um 17 h dort an und eine wun­der­ba­re, ent­spann­te Wan­der­fahrt auf hei­mi­schen Gewäs­sern war been­det. Am Ende stell­ten wir fest, dass wir ein „öku­me­ni­sches Kirch­boot“ geru­dert haben!

Dan­ke an die Frie­sen für die net­te Fahrt!

CdH

error: Content is protected !!