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Feiertags-Fahrt nach Birkenwerder (3. Oktober)

von Thomas Osteroth

20. Oktober 2013

Schon fast tra­di­tio­nell bre­chen wir in den letz­ten Jah­ren in den Nor­den auf und rudern am 3. Okto­ber, dem Tag der deut­schen Ein­heit, auf der Oberhavel.

Wir waren in den letz­ten Jah­ren schon öfters dort, mal sind wir vom RC Tegel­ort gestar­tet, haben Ziel­fahr­ten und Wan­der­fahr­ten gemacht, ruder­ten bis zur Schleu­se Schön­wal­de oder ein­fach nur von uns zum Skip­per am Havel­ka­nal und zurück. Im letz­ten Jahr mach­ten wir es ganz anders und ruder­ten von Arko­na zum Ruder­ver­ein Bir­ken­wer­der. Im Ver­ein konn­ten wir die Boo­te lagern und drei Tage spä­ter ging es zurück. Die­se Fahrt hat­te uns sehr gefal­len und des­halb woll­ten wir es in die­sem Jahr genau­so machen.

„Bru­no Döring“ und die „Ober­ha­vel“ mach­ten sich auf den Weg. Bei kal­tem und ost­win­di­gen Okto­ber-Wet­ter ging es los. Aller­dings ver­sprach der Wet­ter­be­richt 10 Stun­den Son­nen­schein. Genau­so war es dann auch: es ging schnell über die Schur­re an der Schleu­se Span­dau, vor­bei an Eis­wer­der, der Lie­bes­in­sel, die irgend­wie umge­baut wird, und der Was­ser­stadt Span­dau. Vor der Fäh­re Span­dau-Hei­li­gen­see mach­ten wir eine län­ge­re Pau­se und segel­ten son­nen­schein­be­glückt berg­auf. Da beim RC Tegel­ort der Steg belegt war, ent­schlos­sen wir uns beim RC Saf­fo­nia unse­ren Steu­er­manns­wech­sel vor­zu­neh­men. Dort tra­fen wir auf befreun­de­te Rude­rer der BRG, mach­ten Pau­se und natür­lich ein klei­nes Schwätz­chen. Unser Vie­rer leg­te zuerst ab, der Zwei­er muss­te noch eini­ge Minu­ten war­ten, denn der Saf­fo­nia-Ach­ter woll­te zeit­gleich anle­gen. Die rest­li­chen 11 Kilo­me­ter ver­trö­del­ten wir völ­lig. Wir genos­sen die herbst­li­che Son­ne; sam­mel­ten die Blät­ter, die im Boot waren; resü­mier­ten über unse­re vor­he­ri­ge Fahrt zum Skip­per; über­leg­ten, ob wir nicht lie­ber den Havel­ka­nal nach Ket­zin rudern soll­ten. Aber nein, das ist nun wirk­lich zu weit und wir haben kein Quar­tier in Ket­zin. Außer­dem sind wir in Bir­ken­wer­der ver­ab­re­det. Ein gro­ßer Schub­ver­band zwingt uns zu einer wei­te­ren Pau­se, den „Wei­ßen Schwan“ und die „Havel­bau­de“ las­sen wir auf bei­den Sei­ten liegen.

Gegen 15 Uhr legen wir in Bir­ken­wer­der am Ver­ein an und wer­den dort schon von Hin­rich freu­dig erwar­tet. Als wir die Boo­te gela­gert haben, wird der Grill ange­macht und wir holen unser mit­ge­brach­tes Essen zum Gril­len her­aus. Eini­ge Würst­chen tau­chen auf, Oli­ven, Senf, Hot Chi­li Sau­ce und Brot. Ohne vor­he­ri­ge Abspra­che haben alle Kar­tof­fel­sa­lat mit­ge­bracht! Es ist nicht zu fas­sen: Kar­tof­fel­sa­lat von Lidl, mit Dill und Gur­ken, ein­fach aus der Packung; der Nad­ler-Steak­house-Kar­tof­fel­sa­lat ist auch nicht ver­fei­nert wor­den; der Aldi-Kar­tof­fel­sa­lat schon, hin­zu­ge­fügt wur­den noch fri­sche Kar­tof­feln und Gur­ken. Der Pen­ny-Salat hat als Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel fri­sche Toma­ten erhal­ten und wir pro­bie­ren alles durch. Fazit: irgend­wie schme­cken alle Sala­te gut. Kuchen und Gum­mi­bär­chen als Nach­tisch run­den unser klei­nes Büfett ab. Außer den Kar­tof­fel­sa­la­ten gibt es noch was zu Trin­ken. Nach einer völ­lig ent­spann­ten, gemüt­li­chen Ruder­tour und dem Gril­len fah­ren uns zwei net­te Ruder­kol­le­gen noch zum S‑Bahnhof Bir­ken­wer­der, sodass der 30-minü­ti­ge Fuß­weg dort­hin ent­fällt. Fazit des ers­ten Tages: Ger­hard ist nun auch LRV-grün und Chris­tia­ne hat ihre längs­te Ruder­tour gemeis­tert. Und Ingrid und Sebas­ti­an rudern am Frei­tag den Zwei­er wie­der zurück.

Am Sams­tag will dann der Rest (Ingrid, Sebas­ti­an, Mara, Peter und ich), die „Bru­no Döring“ wie­der heim­ru­dern. Da die S‑Bahn nur alle 20 Minu­ten fährt, tref­fen wir uns in der S‑Bahn am Bahn­hof Wit­ten­au. 14 Minu­ten War­te­zeit in Hohen Neu­en­dorf müs­sen wir über­brü­cken und sind nach zwei Minu­ten in Bir­ken­wer­der. Wir lau­fen zum Ruder­ver­ein, die diver­sen Rou­ten­pla­ner geben eine Zeit zwi­schen 25 und 30 Minu­ten Fuß­weg an. Da der Fuß­weg sehr lang ist, keh­ren wir beim ört­li­chen Bäcker ein und ver­sor­gen uns mit lecke­ren Schne­cken. Wir ver­trau­en auch heu­te dem FU-Was­ser­sport­be­richt, denn der kün­digt den Regen erst für den Abend an.

Der Ruder­ver­ein Bir­ken­wer­der liegt nicht direkt an der Havel, son­dern ein wenig ver­steckt in einem Abzweig der alten Havel. Dort mün­det auch die Brie­se in die Havel. Nach dem Able­gen schau­en wir einer Nut­ria beim mor­gend­li­chen Put­zen zu, nach­dem sie vor­her schon an uns vor­bei geschwom­men ist. Wel­che Idyl­le, nur 25 Kilo­me­ter weg von Arkona!

Wir rudern nicht direkt zurück, son­dern drei Kilo­me­ter berg­auf, denn wir wol­len auch in die­sem Jahr unbe­dingt nach Vene­dig rudern. Wer es nicht weiß: Vene­dig ist ein Orts­teil von Hohen Neu­en­dorf, idyl­lisch gele­gen an der Ober­ha­vel, bzw. am Havel­ka­nal. Wir rudern noch ein klei­nes Stück wei­ter, unser Ziel ist die Schleu­se Pin­now. Zurück geht es dann Havel abwärts. Wir sind kilo­me­ter­weit ganz allei­ne auf der Havel. Nur ein Schub­schiff vor uns behin­dert unser Rudern. Also, ein paar Dicke, die dann doch ein paar mehr wer­den, und schon sind wir vor­bei. Wir rudern wie­der in unse­rem nor­ma­len Tem­po. Ich habe jetzt genug gesteu­ert, auch am Stahl­werk Hen­nigs­dorf vor­bei, und so legen wir kurz am RC Ober­ha­vel Hen­nigs­dorf zum Steu­er­frau-Wech­sel an. Eigent­lich wol­len wir eine klei­ne Pau­se machen, aber Sebas­ti­an drängt uns, es schnell zu machen. Denn das Schub­schiff, das wir über­holt haben, ist nur noch 300 Meter hin­ter uns. Mara steu­ert jetzt und mei­ne Mann­schaft gibt mir die Gele­gen­heit beim Rudern mein Stemm­brett und die Rie­men ein­zu­stel­len. Das habe ich auch noch nie gemacht, beim Rudern alles neu ein­stel­len! Herr­lich, mal wie­der was Neu­es. Es erin­nert mich an alte LRV-Oster­fahr­ten, wo kurz vor dem Anle­gen am Ziel­ort die Mann­schaft bis auf die Posi­ti­on 4 alles schon auf dem Was­ser abgerig­gert hat­te, da das Boot an Land ganz schnell ver­la­den wer­den muss­te. Wir gewin­nen, unser Schub­schiff ist immer noch weit hin­ter uns.

Beim RC Tegel­ort legen wir an und machen end­lich unse­re wohl­ver­dien­te Pau­se. Der gro­ße Tisch mit den Bän­ken ist immer wie­der klas­se. Wir genie­ßen das Wet­ter, das ruhi­ge Was­ser und freu­en uns, dass der Sams­tags­dienst von Tegel­ort für uns die Tore öff­net. Nach die­ser Pau­se geht es ent­spannt wei­ter, denn unser Haupt­kon­kur­rent an die­sem Tage, das Schub­schiff, ist längst vor­bei und wir wis­sen nicht, in wel­che Rich­tung es gefah­ren ist. In der Schleu­se Span­dau will nur ein Ruder­boot vor uns schleu­sen, wir las­sen es ganz ruhig ange­hen und zie­hen unser Boot ganz gemüt­lich über die Schurre.

Eine tol­le Ruder­tour geht dann zu Ende, hal­lo Bir­ken­wer­der, wir kom­men im nächs­ten Jahr wie­der zu euch!

Am Abend hat es wirk­lich geregnet.

CdH

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