Sommerlochstopfen – Nachlese zum Hamburger Staffelrudern 2026 – KI im Spiel, die verflixte erste Runde und Midsommer
Ab wann eine Tradition eine Tradition ist, darüber streiten sich bekanntlich die Geister. Fakt ist, Arkona hat nun drei Mal in Folge mit einer recht konstanten Mannschaft beim Hamburger Staffelrudern teilgenommen. Vielleicht wird dieses Event, welches wir bisher in Renngemeinschaft mit der Wassersportabteilung der Polizei Hamburg (WSAP) bestritten haben, dann irgendwann für uns zu einer kleinen Tradition. Zumindest stopft nun der kleine Bericht das klitzekleine Sommerloch in der Ferienzeit.
Nun, wir hatten bereits im letzten Jahr unsere Teilnahme für 2026 angemeldet, wohl wissend, dass sich vielleicht einiges ändert und Arkona nicht eine volle eigene Mannschaft stellen wird. Aber egal, wir setzten wieder auf unsere bekannte Renngemeinschaft oder auch gerne auf eine neue Kombination mit einem Verein, der nach Partnern für diese Form des Wettkampfs sucht.
Zur Erinnerung, das Staffelrudern wird mit zwei Gig-Doppelvierern mit Steuermann bestritten. Jeweils ein Boot fährt abwechselnd eine ca. 3 Kilometer lange Runde auf der Binnen- und Außenalster. Im „ruhenden“ Boot wird dann die rudernde Mannschaft ausgetauscht. Das Rennen geht über 8 Stunden und wer die meisten Runden gefahren ist, hat gewonnen. Klingt ganz einfach, oder? Wenn da nicht die anderen Mannschaften wären, die Alsterboote, Ausflugsdampfer und der Sommer mit seinen heißen Tagen. Wie wir bei den letzten Malen feststellen konnten, sollten es nicht weniger als 30–35 Personen sein, die sich das Rudern gemeinsam einteilen. Sonst kann der Tag schon sehr lang werden und die schnellen Runden sind dann keine schnellen Runden mehr, sondern harte Quälerei.
Aber schwupp zurück zum Anfang des Jahres. Denn hier hieß es, unser Chefkoordinator und Planer der WSAP wird wohl nicht starten können und es wäre schön, wenn die Rundenplanung von jemanden gemacht wird, der auch startet. Gesagt getan. Zwischenzeitlich hatte sich der Schülerruderverein am Wannsee (SRVW) in unsere Runde gesellt. Aber wie plant man nun die Runden, also die Besetzung der Boote mit Ruderern und Steuerleuten von denen man nur ein Drittel wirklich kennt? ToZ aus Hamburg hatte das in den Jahren zuvor manuell gemacht. Kaffee, eine funktionierende Schreibtischlampe in der Nacht und viel Geduld führten bisher immer zu einem guten Ergebnis. Doch wie stellt man es an, wenn man wenig Geduld hat?
KI ist Lösung! Dachte ich zumindest. Alle Teilnehmer bekamen „Eigenschaften“ zugeordnet. Wer will wie oft Rudern, Stärke, Ausdauer und Erfahrung (und dann doch eine relativ hohe Anzahl an Teilnehmern für die Renngemeinschaft (ja, auch das war anders geplant, aber so ist das halt manchmal)). Das Ergebnis war auf den ersten Blick gar nicht so schlecht. Zumindest wenn man keine Geduld für sowas hat. Also wurde nach ein paar kleinen Anpassungen der erste Stand in die Runde geschickt. Ihr ahnt es vielleicht schon, es hat diverse Änderungen gegeben und mehrere Abstimmungsmeetings, an denen wir an der Planung gefeilt haben. Der mit dem, Steuerleute brauchen auch mal Pause, hier passen die Rundenabstände nicht…naja, ihr kennt das vielleicht. Diese abgestimmte Planung wurde dann nochmal am Tag des Rennens deutlich verändert, morgens um 6 Uhr auf der Reise nach Hamburg. Ein großes Dankeschön an Doro, die dann auch den ganzen Tag gewissenhaft, mit viel Geduld und Überzeugungskraft die Planung ständig aktualisiert hat. Wie „unser“ Plan dann aussah, seht ihr im beigefügten Bild.
KI ist (wie sollte auch anders sein) nicht immer die Lösung, aber vielleicht ein Anfang, um dann nachzusteuern, anzupassen und die Bedürfnisse der Teilnehmer im Blick zu haben. So ging es dann nun vorbereitet mit Sack und Pack am Samstag zum Midsommer in aller Frühe Richtung Hamburg.
„Das Glück ist mit den Vorbereiteten..“ sagt man das nicht so? Unser Team war mit allem Notwendigen ausgestattet und so trafen wir unsere Mitstreiter am Ruderclub Fari. Ein bißchen Routine haben wir ja bereits beim Aufbau der Bänke und der Pavillons.
Pünktlich um 11 Uhr fiel der Startschuss und das erste Boot mit einer Besatzung der Schüler flog über das Wasser in die erste Runde. Irgendwie scheint das aber mit der ersten Runde, zumindest bei uns verhext zu sein. Im letzten Jahr starteten wir viel zu spät und diesmal brach ein Skull und die erste Runde konnte nicht abgeschlossen werden. Stillstand. Keine gezählte Runde. Nichts geht weiter.
Dankeswerterweise haben wir vom Fari einen Satz Skulls bekommen und konnten so endlich die Runde beenden. Das hat uns gerettet, aber der Zeitverlust war groß. Es fehlte uns eine komplette Runde.
Und wieder versuchten wir von Runde zu Runde den Verlust aufzuholen. Taktisch wurden schnelle Boote zusammengestellt und wir schlugen uns wirklich, wirklich gut. Die 8 h flogen dahin…unsere Zeiten waren gut. Die schnellen Damen/Herren-Runden und Mixed-Runden waren sehr schnell. Die Schüler ermöglichten uns eine allerletzte Runde auch knapp nach 19 Uhr zu Ende bringen. Am Ende sind wir unter die Top-10 gekommen, Pokale gab es erst ab Platz 8. Die verflixte erste Runde hätte uns mindestens auf den 8.Platz katapultiert, wenn nicht höher, da die Durchschnittsrundenzeiten letztlich auch gewertet werden. Eine starke Leistung von allen Besatzungen! Nächstes Jahr gibt es einen neuen Versuch…
In den letzten Jahren ist die Arkona-Mannschaft nach dem Rennen mit dem Zug wieder nach Berlin gefahren. In diesem Jahr haben wir die Gelegenheit genutzt nach dem Rennen bei der WSAP den Abend mit einem Sprung in die Alster, einer kleiner Grille, der Fußball-WM und netten Gesprächen ausklingen zu lassen. Am nächsten Tag ging es dann nach einem Frühstück zurück nach Berlin.
Vielen Dank an ALLE die mitgewirkt, mittrainiert, mitgerudert, mitgesteuert, mitgedacht, mitgeplant, mitgekocht, mitgeschleppt und einfach mit dabei waren.
Ein schönes Midsommer-Wochenende.
Auf ein nächstes Mal auf der Alster.
Mario
