Arkona Blog

Hamburger Staffelrudern 2026

von Thomas Osteroth | Aug. 4, 2026 | 2026, Breitensport

Sommerlochstopfen – Nachlese zum Hamburger Staffelrudern 2026 –  KI im Spiel, die verflixte erste Runde und Midsommer

Ab wann eine Tra­di­ti­on eine Tra­di­ti­on ist, dar­über strei­ten sich bekannt­lich die Geis­ter. Fakt ist, Arko­na hat nun drei Mal in Fol­ge mit einer recht kon­stan­ten Mann­schaft beim Ham­bur­ger Staf­fel­ru­dern teil­ge­nom­men. Viel­leicht wird die­ses Event, wel­ches wir bis­her in Renn­ge­mein­schaft mit der Was­ser­sport­ab­tei­lung der Poli­zei Ham­burg (WSAP) bestrit­ten haben, dann irgend­wann für uns zu einer klei­nen Tra­di­ti­on. Zumin­dest stopft nun der klei­ne Bericht das klit­ze­klei­ne Som­mer­loch in der Ferienzeit.

Nun, wir hat­ten bereits im letz­ten Jahr unse­re Teil­nah­me für 2026 ange­mel­det, wohl wis­send, dass sich viel­leicht eini­ges ändert und Arko­na nicht eine vol­le eige­ne Mann­schaft stel­len wird. Aber egal, wir setz­ten wie­der auf unse­re bekann­te Renn­ge­mein­schaft oder auch ger­ne auf eine neue Kom­bi­na­ti­on mit einem Ver­ein, der nach Part­nern für die­se Form des Wett­kampfs sucht.

Zur Erin­ne­rung, das Staf­fel­ru­dern wird mit zwei Gig-Dop­pel­vie­rern mit Steu­er­mann bestrit­ten. Jeweils ein Boot fährt abwech­selnd eine ca. 3 Kilo­me­ter lan­ge Run­de auf der Bin­nen- und Außen­als­ter. Im „ruhen­den“ Boot wird dann die rudern­de Mann­schaft aus­ge­tauscht. Das Ren­nen geht über 8 Stun­den und wer die meis­ten Run­den gefah­ren ist, hat gewon­nen. Klingt ganz ein­fach, oder? Wenn da nicht die ande­ren Mann­schaf­ten wären, die Als­ter­boo­te, Aus­flugs­damp­fer und der Som­mer mit sei­nen hei­ßen Tagen. Wie wir bei den letz­ten Malen fest­stel­len konn­ten, soll­ten es nicht weni­ger als 30–35 Per­so­nen sein, die sich das Rudern gemein­sam ein­tei­len. Sonst kann der Tag schon sehr lang wer­den und die schnel­len Run­den sind dann kei­ne schnel­len Run­den mehr, son­dern har­te Quälerei.

Aber schwupp zurück zum Anfang des Jah­res. Denn hier hieß es, unser Chef­ko­or­di­na­tor und Pla­ner der WSAP wird wohl nicht star­ten kön­nen und es wäre schön, wenn die Run­den­pla­nung von jeman­den gemacht wird, der auch star­tet. Gesagt getan. Zwi­schen­zeit­lich hat­te sich der Schü­ler­ru­der­ver­ein am Wann­see (SRVW) in unse­re Run­de gesellt. Aber wie plant man nun die Run­den, also die Beset­zung der Boo­te mit Rude­rern und Steu­er­leu­ten von denen man nur ein Drit­tel wirk­lich kennt? ToZ aus Ham­burg hat­te das in den Jah­ren zuvor manu­ell gemacht. Kaf­fee, eine funk­tio­nie­ren­de Schreib­tisch­lam­pe in der Nacht und viel Geduld führ­ten bis­her immer zu einem guten Ergeb­nis. Doch wie stellt man es an, wenn man wenig Geduld hat?

KI ist Lösung! Dach­te ich zumin­dest. Alle Teil­neh­mer beka­men „Eigen­schaf­ten“ zuge­ord­net. Wer will wie oft Rudern, Stär­ke, Aus­dau­er und Erfah­rung (und dann doch eine rela­tiv hohe Anzahl an Teil­neh­mern für die Renn­ge­mein­schaft (ja, auch das war anders geplant, aber so ist das halt manch­mal)). Das Ergeb­nis war auf den ers­ten Blick gar nicht so schlecht. Zumin­dest wenn man kei­ne Geduld für sowas hat. Also wur­de nach ein paar klei­nen Anpas­sun­gen der ers­te Stand in die Run­de geschickt. Ihr ahnt es viel­leicht schon, es hat diver­se Ände­run­gen gege­ben und meh­re­re Abstim­mungs­mee­tings, an denen wir an der Pla­nung gefeilt haben. Der mit dem, Steu­er­leu­te brau­chen auch mal Pau­se, hier pas­sen die Run­den­ab­stän­de nicht…naja, ihr kennt das viel­leicht. Die­se abge­stimm­te Pla­nung wur­de dann noch­mal am Tag des Ren­nens deut­lich ver­än­dert, mor­gens um 6 Uhr auf der Rei­se nach Ham­burg. Ein gro­ßes Dan­ke­schön an Doro, die dann auch den gan­zen Tag gewis­sen­haft, mit viel Geduld und Über­zeu­gungs­kraft die Pla­nung stän­dig aktua­li­siert hat. Wie „unser“ Plan dann aus­sah, seht ihr im bei­gefüg­ten Bild.

KI ist (wie soll­te auch anders sein) nicht immer die Lösung, aber viel­leicht ein Anfang, um dann nach­zu­steu­ern, anzu­pas­sen und die Bedürf­nis­se der Teil­neh­mer im Blick zu haben. So ging es dann nun vor­be­rei­tet mit Sack und Pack am Sams­tag zum Mid­som­mer in aller Frü­he Rich­tung Hamburg.

„Das Glück ist mit den Vor­be­rei­te­ten..“ sagt man das nicht so? Unser Team war mit allem Not­wen­di­gen aus­ge­stat­tet und so tra­fen wir unse­re Mit­strei­ter am Ruder­club Fari. Ein biß­chen Rou­ti­ne haben wir ja bereits beim Auf­bau der Bän­ke und der Pavillons.

Pünkt­lich um 11 Uhr fiel der Start­schuss und das ers­te Boot mit einer Besat­zung der Schü­ler flog über das Was­ser in die ers­te Run­de. Irgend­wie scheint das aber mit der ers­ten Run­de, zumin­dest bei uns ver­hext zu sein. Im letz­ten Jahr star­te­ten wir viel zu spät und dies­mal brach ein Skull und die ers­te Run­de konn­te nicht abge­schlos­sen wer­den. Still­stand. Kei­ne gezähl­te Run­de. Nichts geht weiter.

Dan­kes­wer­ter­wei­se haben wir vom Fari einen Satz Skulls bekom­men und konn­ten so end­lich die Run­de been­den. Das hat uns geret­tet, aber der Zeit­ver­lust war groß. Es fehl­te uns eine kom­plet­te Runde.

Und wie­der ver­such­ten wir von Run­de zu Run­de den Ver­lust auf­zu­ho­len. Tak­tisch wur­den schnel­le Boo­te zusam­men­ge­stellt und wir schlu­gen uns wirk­lich, wirk­lich gut. Die 8 h flo­gen dahin…unsere Zei­ten waren gut. Die schnel­len Damen/Her­ren-Run­den und Mixed-Run­den waren sehr schnell. Die Schü­ler ermög­lich­ten uns eine aller­letz­te Run­de auch knapp nach 19 Uhr zu Ende brin­gen. Am Ende sind wir unter die Top-10 gekom­men, Poka­le gab es erst ab Platz 8. Die ver­flix­te ers­te Run­de hät­te uns min­des­tens auf den 8.Platz kata­pul­tiert, wenn nicht höher, da die Durch­schnitts­run­den­zei­ten letzt­lich auch gewer­tet wer­den. Eine star­ke Leis­tung von allen Besat­zun­gen! Nächs­tes Jahr gibt es einen neu­en Versuch…

In den letz­ten Jah­ren ist die Arko­na-Mann­schaft nach dem Ren­nen mit dem Zug wie­der nach Ber­lin gefah­ren. In die­sem Jahr haben wir die Gele­gen­heit genutzt nach dem Ren­nen bei der WSAP den Abend mit einem Sprung in die Als­ter, einer klei­ner Gril­le, der Fuß­ball-WM und net­ten Gesprä­chen aus­klin­gen zu las­sen. Am nächs­ten Tag ging es dann nach einem Früh­stück zurück nach Berlin.

Vie­len Dank an ALLE die mit­ge­wirkt, mit­trai­niert, mit­ge­ru­dert, mit­ge­steu­ert, mit­ge­dacht, mit­ge­plant, mit­ge­kocht, mit­ge­schleppt und ein­fach mit dabei waren.

Ein schö­nes Mid­som­mer-Wochen­en­de.

Auf ein nächs­tes Mal auf der Alster.

Mario

Die Traditions-Langstreckenregatta „Quer durch Berlin“ fand dieses Jahr zum 97. Mal statt – aufgrund von Bauarbeiten am Spreeufer in der Innenstadt verlief die Strecke jedoch nicht von Jungfernheide zum Haus der Kulturen der Welt, sondern vom RC Tegel zum LRV.

Auf dem Sattelplatz vor den Sunset Stufen der Greenwichpromenade herrschte am Regattatag ab 10.00 Uhr das übliche Treiben, die Radfahrer mussten sich an zahlreichen Booten vorbeischlängeln und viele Fußgänger schauten dem Spektakel interessiert zu. Materialablage und Steg waren in meinen Augen wesentlich besser als an der Jungfernheide, das Wetter – viel Wind – jedoch sehr üblich für den Tegeler See.

Gestartet wurde in ca. 30s Abstand zwischen den Crews vor dem RC Tegel: es wurde - etwas windgeschützt - vorbei an den Inseln Scharfenberg und Valentinswerder in den Hohenzollernkanal, bis kurz vor die Mäckeritzbrücke, gerudert. Aufgrund des starken Gegenwinds war für alle Mannschaften die erste Hälfte der Strecke besonders anstrengend. Hatte man es aber in den Hohenzollernkanal geschafft, ruderte es sich mit leichtem Schiebewind wesentlich angenehmer. Auf dem Saatwinkler Steg, auf und unter der Tegeler Brücke standen viele Familienmitglieder, Freunde und Vereinskamerad*innen, die uns lautstark anfeuerten. Manch einer radelte auch an der Strecke entlang. Das Ziel war leider etwas schlecht zu erkennen – irgendwann bimmelte es aus einem Busch am Saatwinkler Damm. Am LRV war deutlich mehr Platz zum Anlegen als in der Innenstadt, so dass es nicht lange dauerte – und auch hier gab es die bewährte Unterstützung durch Arkon*innen für die erschöpften Sportler*innen.

Vielen Dank für einen tollen Regattatag – mein Dank gilt vor allem den vielen Helfer*innen!

Hier die Ergebnisse im Einzelnen:

1. Platz:                       Gwendolin Leishman im JF 4x+A

1. Platz:                      Wiebke Kaufhold im MW8+ E

1. Platz:                      Yehor Zakharov, Ben Luis Häber und Lilly Herbach im JM 8+B

1. Platz:                       Dorothea Schmidt, Katja Czerr, Birte Ganz, Martina Banthau und Sibille Pletsch im MW 4x+ D (Gig)

2. Platz:                       Valentin Schlegel im SM8+ A

2. Platz:                       Stefan Forner, Jörg Irmer und Arnold Hiß im MM 4+ E (Gig)

3. Platz:                       Martina Taschner, Katja Simon, Marina de Groot, Anita Ulrich und Katrin Lohmann im MW4x+ C (Gig)

Herzlichen Glückwunsch!

Sibille Pletsch

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