Arkona Blog

Wanderfahrt in Friesland 2026

von | Aug. 4, 2026 | 2026, Breitensport, Wanderfahrt

„Kommando achten! Letzter Schlag! Ruder lang! Hinlegen!!!“

Unse­re Ver­eins­ka­me­ra­din Anne­ma­rie stammt, wie ihr alle wisst, aus Hol­land. Also bot sie an, im Juli eine ein­wö­chi­ge Wan­der­fahrt in Sneek/Friesland zu orga­ni­sie­ren. Wir hat­ten zwei Vie­rer auf dem Hän­ger und befuh­ren so mit täg­lich zwei­mal wech­seln­den Mann­schaf­ten jede erdenk­li­che Stre­cke um das schö­ne Städt­chen Sneek herum.

Am 1. Tag ruder­ten wir nach dem Auf­rig­gern los in Rich­tung Boa­z­um. Schnell war klar: die­se Gewäs­ser sind anders als unse­re Havel – enge, mit Schilf bewach­se­ne Kanä­le, vie­le Motor­boo­te und furcht­bar nied­ri­ge Brü­cken – im Schnitt 80cm hoch. Lei­der war das Wet­ter nicht sehr som­mer­lich – es war kühl, sehr win­dig & reg­ne­te. Daher kam das Café “Boa­zu­mer Mjit­te” in der Mit­tags­pau­se sehr gele­gen. Bei Kaf­fee & Kuchen wärm­ten wir uns erst­mal auf, bevor wir bei hef­ti­gem Gegen­wind an neu­gie­ri­gen Kühen vor­bei über Rien zurück nach Sneek ruderten.

Der 2. Tag führ­te uns west­lich von Sneek über IJlst nach Workum. Auch die­se Tour hat­te es in sich – unse­re erfah­re­nen Steu­er­leu­te kamen ganz schön ins Schwit­zen. An einer beson­ders kniff­li­gen Stel­le wur­de dann der Besat­zung eines Vie­rers eine fie­se Böe zum Ver­häng­nis und er kenterte.

Das Ret­tungs­ma­nö­ver, das Achim vom Logen­platz des zwei­ten Boots ver­folg­te, ver­lief zu sei­ner volls­ten Zufrie­den­heit, so dass alle die Fahrt fort­set­zen konn­ten. Bei der kurz dar­auf­fol­gen­den Land­pau­se in Oude­ga wur­de fröh­lich Wech­sel­klei­dung gehan­delt und es ging wei­ter durch noch enge­res Schilf. Immer­hin kamen bei die­ser Tour die mit­ge­führ­ten Pad­del­ha­ken aus­gie­bigst zum Ein­satz! Ange­kom­men in Workum, lager­ten wir die Boo­te neben einem Spiel­platz und fuh­ren mit den Autos nach Sneek zurück.

Am 3. Tag ging es dann auf einer ande­ren Rou­te von Workum über Bols­ward zurück nach Sneek. Nach den Ereig­nis­sen des Vor­tags waren alle froh, dass die­se Tour eher unspek­ta­ku­lär ver­lief – obwohl, mit 70 cm Höhe ruder­ten wir in Abbe­gaes­te­r­k­ed­ding unter der nied­rigs­ten Brü­cke der Tour hindurch.

Der 4. Tag führ­te uns nach Jou­re, süd­öst­lich von Sneek. Auf der Stre­cke muss­ten wir 2x den Prin­ses-Mar­griet-Kanaal, der nur für Motor­boo­te zuge­las­sen ist, und auf dem reger Ver­kehr herrscht, über­que­ren. Neben den Kar­ten waren wir nun auch froh über die GPS Funk­ti­on auf einer Gar­min Uhr, mit der man teils win­zi­ge, vom Schilf ver­steck­te Ein­fahr­ten zu den Kanä­len ziel­si­cher über den gro­ßen See ansteu­ern konn­te. In Sneek beglei­te­te uns dann im regen Trei­ben ein Boot der Water­ste­wards sicher durch die Kanä­le bis zum Was­ser­tor – kurz vor Beginn der jähr­li­chen Sneek Week war dort näm­lich noch mehr Ver­kehr als sonst.

Am 5. Tag fuh­ren wir über Rien wie­der nach Boa­z­um, besuch­ten dort das bereits bekann­te Kaf­fee, aßen Appel­ta­art und Bit­ter­bal­len, wech­sel­ten die Boo­te durch und bega­ben uns auf eine lan­ge Stre­cke durch enge Kanä­le, sehr viel Grün & meh­re­re 90° Kur­ven. Und auch wenn die Nie­der­lan­de sehr flach sind – wir muss­ten tat­säch­lich durch 2 Selbst­be­die­nungs-Schleu­sen. Das mit dem selbst Bedie­nen lie­ßen geschäfts­tüch­ti­ge Kin­der natür­lich nicht durch­ge­hen und erle­dig­ten das Schleu­sen gegen ein Ent­gelt für uns.

Am 6. und letz­ten Tag der Tour fuh­ren wir über IJlst in Rich­tung Jou­re, bogen aber vor­her nach Nor­den ab, um in den klei­nen Kanal, der neben unse­rem Apart­ment­haus lag, rudern zu kön­nen. Dort gab es eine Schwenk­brü­cke – wir haben also wirk­lich nichts aus­ge­las­sen auf die­ser Fahrt!

Sibil­le

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