Arkona Blog

7 Medaillen auf den Deutschen Jahrgangs-/Juniorenmeisterschaften

von Thomas Osteroth | Aug. 19, 2022 | 2022, Jugend

Nach den mitt­ler­wei­le schon (und end­lich) wie­der „nor­mal“ anmu­ten­den Regat­ten stand dann ende Juni der Höhe­punkt der meis­ten Junio­ren an. Tra­di­tio­nell wech­seln sich zur Aus­rich­tung für die Meis­ter­schaf­ten (DJM) die Regat­ta­stre­cken Köln, Essen und Bran­den­burg ab. Die­ses Jahr ging es wie zuletzt 2018 wie­der nach Köln. Bei der Anrei­se grif­fen wir die­ses Jahr auf ein Novum zu, wir konn­ten – dank güns­ti­ger Grup­pen­ta­ri­fe – einen 9‑Sitzer kom­plett durch den ICE erset­zen. Das hat ent­ge­gen der Erwar­tung auch sehr gut funk­tio­niert und wird auch in Zukunft vor jeder Ver­an­stal­tung erwägt.

Mit 12 Sport­lern war Arko­na auf 22 Boots­klas­sen ver­teilt in allen Alters­be­rei­chen stark ver­tre­ten. Dem Leser wäre es wahr­schein­lich zu viel, dabei exten­siv über alle zu berich­ten, wes­we­gen ich nun auf die High­lights eingehe.

Zwei Gold­me­dail­len kamen über Fami­lie Gündüz an die Schar­fe Lanke:

Ayse Gündüz hol­te im leich­ten Senio­rin­nen-Dop­pel­zwei­er zusam­men mit Lea Schnei­der von der Kett­wi­ger RG in einem sehr star­ken und domi­nan­ten Ren­nen die Gold­me­dail­le! Gleich­zei­tig damit erfolg­te die Nomi­nie­rung in die­ser Boots­klas­se für die U23-WM im Ita­lie­ni­schen Vare­se Ende Juli! (Sie­he Titelbild)

Kadir Gündüz füll­te zum Mel­de­schluss sehr kurz­fris­tig einen leich­ten gesteu­er­ten B‑Ju­nio­ren-Dop­pel­vie­rer mit Ägir, Frie­sen und Rahns­dorf auf! Nach einem star­ken Vor­lauf gelang ihnen im Fina­le der Coup! Mit einer hal­ben Län­ge Vor­sprung ruder­ten sie als neue Deut­sche Meis­ter ins Ziel! Für Kadir nach einer durch­wach­se­nen ers­ten Junio­ren­sai­son ein groß­ar­ti­ges Ergebnis!

Zu unse­ren zwei Gold­me­dail­len gesell­ten sich noch wei­te­re drei Silbermedaillen:

Ayse Gündüz fuhr neben dem Dop­pel­zwei­er auch im Dop­pel­vie­rer domi­nant! Sie ging dabei mit ihrer Zwei­er­part­ne­rin sowie Clai­re Licht aus Brei­sach und Han­nah Hösel­barth aus Frank­furt an den Start. Hier war eine ande­re Aus­wahl­mann­schaft stär­ker unter­wegs, den­noch reich­te es für eine Sil­ber­me­dail­le und die Vizemeisterschaft!

Luca Nowa­kowk­si fuhr im gesteu­er­ten B‑Ju­nio­ren-Vie­rer zusam­men mit dem BRC und Empor hin­ter der star­ken NRW-Aus­wahl auf einen beacht­li­chen Sil­ber­rang und zur Vize­meis­ter­schaft! Die­ses Boot wur­de im Rah­men des Ber­li­ner Juni­or-B-Pro­jekts von unse­rer ehe­ma­li­gen Junio­ren­trai­ne­rin Ann Kath­rin Loh­se im BRC betreut! Teil­wei­se war hier viel Auf­bau­ar­beit von­nö­ten, aber alle betei­lig­ten, allen vor­an Luca, haben hier 110% gege­ben, um die­ses Ergeb­nis errei­chen zu können!

Alev Gündüz wur­de Ende Mai als Steu­er­frau für eine Nord­ost-Aus­wahl im A‑Ju­nio­rin­nen-Ach­ter aus­er­ko­ren. Die­se konn­te über­zeu­gend den Sil­ber­rang und die Vize­meis­ter­schaft errei­chen. Lei­der ging damit kei­ne WM-Nomi­nie­rung ein­her, den­noch spricht die­ses Ergeb­nis für Alev und ihre Fähig­keit als Steu­er­frau, 8 Athlet*innen aus der gan­zen Repu­blik zu ver­ei­nen und anzuführen!

Abge­run­det wird unse­re Medail­len­samm­lung durch wei­te­re zwei Bron­ze­me­dail­len:

Mar­le­ne Scholl­mey­er wur­de von Bun­des­trai­ner Adri­an Bret­ting mit Neu­kölln und Rhein­fel­den-Baden in einem Dop­pel­vie­rer gesetzt. Nach einem über­ra­gen­den Vor­lauf muss­ten sie sich im Fina­le lei­der den bei­den ande­ren Aus­wahl­mann­schaf­ten geschla­gen geben. Die Bron­ze­me­dail­le war am Ende der sehr ver­dien­te Ausgleich!

Luca Nowa­kowk­si fuhr neben dem Vie­rer auch im Ber­li­ner B‑Ju­nio­ren-Ach­ter mit, am Steu­er saß Johan­nes Schul­ten. Hier waren sogar zwei sehr star­ke Boo­te aus NRW am Start. Ein beherz­tes Ren­nen sorg­te den­noch für die Bronzemedaille!

Wei­te­re Final­plat­zie­run­gen wur­den erreicht, wel­che eben­so nen­nens­wert sind:

Mit Platz 4 ging Kim Adri­an im B‑Juniorinnen Vie­rer ohne Stm. nach Hau­se. Hier wur­de sicher etwas ande­res erwar­tet, jedoch war die Mann­schaft und auch Kim in den Wochen vor der Meis­ter­schaft von Krank­heits­aus­fäl­len geplagt.

Eben­falls muss­te sich Mar­le­ne Scholl­mey­er mit dem undank­ba­ren vier­ten Platz im Dop­pel­zwei­er zufrie­den­ge­ben. Sie ging hier mit Eva Weit­zel vom Team Nord-West an den Start. Nach­dem in der unmit­tel­ba­ren Vor­be­rei­tung sowohl (abwech­selnd) Mar­le­ne als auch Eva kurz­zei­tig krank wur­den, kam hier­zu noch beim Trai­ning ein schwe­rer Boots­scha­den hin­zu. Trotz die­ser Umstän­de kön­nen bei­de mit die­ser Leis­tung zufrie­den sein.

Einen wei­te­ren 4. Platz brach­te Alev Gündüz am Steu­er eines U19-Vie­rers mit zu uns. Sie steu­er­te hier vier star­ke Jungs der Renn­ge­mein­schaft RaW/RC Potsdam.

Artur Ino­pin muss­te sich den Rück­schlä­gen einer Coro­na-Infek­ti­on im abso­lut fal­schen Moment des Win­ters geschla­gen geben. Den­noch konn­te er eine Renn­ge­mein­schaft mit dem BRC, Dres­den und Leip­zig fin­den. Nach einem sehr knap­pen Ergeb­nis im Hoff­nungs­lauf (Bug­ball an Bug­ball) muss­ten die Jungs lei­der im B‑Finale an den Start. Hier konn­ten sie noch­mals zei­gen, dass sie eigent­lich ins A‑Finale gehö­ren, und wur­den mit einem Sieg ins­ge­samt siebte.

Lou­is Kar­natz hat sich im Rah­men des Juni­or-B-Pro­jekts eben­falls einen Platz in einem wei­te­ren leich­ten Dop­pel­vie­rer erar­bei­tet. Auch hier gab es kurz nach Mel­de­schluss einen Aus­fall der Schlag­po­si­ti­on, die dann sehr kurz­fris­tig kom­pen­siert wer­den muss­te. Trotz die­ser Umstel­lung gelang der Mann­schaft der zwei­te Platz im B‑Finale!

Dami­an Kern trai­nier­te seit April in einer Ber­li­ner Renn­ge­mein­schaft im Ach­ter der A‑Junioren. Sie hat­ten das Ziel sich gegen die Natio­nal zusam­men­ge­setz­ten Renn­ge­mein­schaf­ten zu behaup­ten. Dies wur­de am Ende mit einem 5. Platz im B‑Finale und damit einer Top10-Plat­zie­rung belohnt.

Kadir Gündüz saß ursprüng­lich in einer ande­ren Ber­li­ner Renn­ge­mein­schaft im leich­ten Dop­pel­vie­rer. Die­se wur­de nach der Regat­ta in Duis­burg auf­ge­löst, so dass ihm nur noch der Einer übrig blieb. Unab­hän­gig davon, dass er in das ande­re – spä­ter sieg­rei­che – Boot auf­ge­rückt ist, konn­te er auch im Einer über­zeu­gen und einen B‑Finalplatz erlan­gen. Im B‑Finale selbst wur­de sich dann zuguns­ten des Vie­rers dar­auf geei­nigt ein „gedros­sel­tes“ Ren­nen zu fah­ren, um die Leis­tung im Vie­rer­ren­nen drei Stun­den spä­ter nicht nega­tiv zu beein­flus­sen. Den­noch muss man es im ers­ten Junio­ren­jahr im Einer erst­mal in ein Fina­le schaffen!

Die­se Leis­tun­gen spre­chen für die vie­le Zeit, die die Sport­ler im Win­ter und in der Sai­son in ihr Trai­ning inves­tiert haben. Sie spre­chen aller­dings auch für das Trai­ner­team, bestehend aus Alex, Loui­sa, Sofie, Ali­na und Maren, wel­che sehr viel Zeit in die Sport­ler gesteckt haben. Hof­fen wir, dass wir die­ses Ergeb­nis nächs­tes Jahr stei­gern können!

Die Traditions-Langstreckenregatta „Quer durch Berlin“ fand dieses Jahr zum 97. Mal statt – aufgrund von Bauarbeiten am Spreeufer in der Innenstadt verlief die Strecke jedoch nicht von Jungfernheide zum Haus der Kulturen der Welt, sondern vom RC Tegel zum LRV.

Auf dem Sattelplatz vor den Sunset Stufen der Greenwichpromenade herrschte am Regattatag ab 10.00 Uhr das übliche Treiben, die Radfahrer mussten sich an zahlreichen Booten vorbeischlängeln und viele Fußgänger schauten dem Spektakel interessiert zu. Materialablage und Steg waren in meinen Augen wesentlich besser als an der Jungfernheide, das Wetter – viel Wind – jedoch sehr üblich für den Tegeler See.

Gestartet wurde in ca. 30s Abstand zwischen den Crews vor dem RC Tegel: es wurde - etwas windgeschützt - vorbei an den Inseln Scharfenberg und Valentinswerder in den Hohenzollernkanal, bis kurz vor die Mäckeritzbrücke, gerudert. Aufgrund des starken Gegenwinds war für alle Mannschaften die erste Hälfte der Strecke besonders anstrengend. Hatte man es aber in den Hohenzollernkanal geschafft, ruderte es sich mit leichtem Schiebewind wesentlich angenehmer. Auf dem Saatwinkler Steg, auf und unter der Tegeler Brücke standen viele Familienmitglieder, Freunde und Vereinskamerad*innen, die uns lautstark anfeuerten. Manch einer radelte auch an der Strecke entlang. Das Ziel war leider etwas schlecht zu erkennen – irgendwann bimmelte es aus einem Busch am Saatwinkler Damm. Am LRV war deutlich mehr Platz zum Anlegen als in der Innenstadt, so dass es nicht lange dauerte – und auch hier gab es die bewährte Unterstützung durch Arkon*innen für die erschöpften Sportler*innen.

Vielen Dank für einen tollen Regattatag – mein Dank gilt vor allem den vielen Helfer*innen!

Hier die Ergebnisse im Einzelnen:

1. Platz:                       Gwendolin Leishman im JF 4x+A

1. Platz:                      Wiebke Kaufhold im MW8+ E

1. Platz:                      Yehor Zakharov, Ben Luis Häber und Lilly Herbach im JM 8+B

1. Platz:                       Dorothea Schmidt, Katja Czerr, Birte Ganz, Martina Banthau und Sibille Pletsch im MW 4x+ D (Gig)

2. Platz:                       Valentin Schlegel im SM8+ A

2. Platz:                       Stefan Forner, Jörg Irmer und Arnold Hiß im MM 4+ E (Gig)

3. Platz:                       Martina Taschner, Katja Simon, Marina de Groot, Anita Ulrich und Katrin Lohmann im MW4x+ C (Gig)

Herzlichen Glückwunsch!

Sibille Pletsch

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