Arkona Blog

Wanderfahrt am 28. September 2013 nach Potsdam – oder auch nicht !!

von Thomas Osteroth | Okt. 14, 2013 | 2013, Breitensport

Am Vor­tag des gro­ßen „rich­ti­gen Ber­lin-Mara­thon“ erscheint es aus Rude­rer-Sicht sinn­voll, eine ähn­li­che Ver­an­stal­tung anzubieten.

 42 Kilo­me­ter lau­fen, das kön­nen wir nicht, aber 42 Kilo­me­ter rudern, das kön­nen wir natür­lich! 42 Kilo­me­ter rudern ist eine wun­der­ba­re Fahrt nach Pots­dam, zum Restau­rant „See­krug“. Also ab in die Boo­te. Um 9 h ruder­fer­tig tra­fen sich dann auch 14 Arko­nen zu die­ser Aus­fahrt. Der FU-Was­ser­sport­be­richt ver­sprach für den Nach­mit­tag Son­nen­schein, eini­ge Wol­ken, über dem nörd­li­chen Bran­den­burg even­tu­ell ein paar Schau­er. Aber: vor­mit­tags soll­te es neb­lig sein und sich die­ser Nebel erst lang­sam auflösen.

So war es dann auch. Unse­ren 9‑Uhr-Start­ter­min ver­scho­ben wir erst­mals, weil in der Schar­fen Lan­ke über­haupt gar nichts zu sehen war. Die „Pro­sit“, die ja immer ca. 100 Meter von ihrem Segel­ver­ein mit­ten in der Schar­fen Lan­ke liegt, tauch­te um 9:30 mal kurz wie Phö­nix aus der Asche auf, das ande­re Ufer der Bucht war immer noch nicht zu sehen. Wir konn­ten die Son­ne schon sehen und das Ende der Bucht.

Was tun sprach Zeus, bzw. unser VL Wolf­gang P.K. Nach reif­li­cher Über­le­gung ent­schlos­sen wir uns, uns mal so lang­sam aus der Bucht in Rich­tung Mari­na Lan­ke vor­zu­tas­ten. Die abso­lu­te Bedin­gung war, dass unse­re drei Boo­te immer direkt neben­ein­an­der rudern und auf kei­nen Fall aus­ein­an­der rudern. Wir kamen gut aus der Bucht her­aus, pas­sier­ten die Reu­se und die Boo­te bei „Rot-Weiß“ und fuh­ren an der Mari­na Lan­ke Werft vor­bei, maxi­mal 10 Meter vom Land ent­fernt. Ich bin noch nie so dicht unter Land geru­dert wie heu­te. Kurz hin­ter der Mari­na Lan­ke Werft ist eben­falls eine Reu­se, die eben­so wie die Pro­sit plötz­lich auf­tauch­te. Aus dem Nichts. Das war zu viel für die­se Tour, denn hin­ter die­ser Reu­se war nichts mehr zu sehen. Nichts, gar nichts! Nach einer kur­zen Abspra­che aller drei Boo­te war es klar, dass die­se Fahrt aus Sicher­heits­grün­den hier endet und wir zurück zum Boots­haus rudern. Unter Land war dies natür­lich mög­lich, wir ruder­ten wohl­be­hü­tet in die Bucht zurück.

Ein wenig gefrus­tet waren wir um 10 h wie­der im Boots­haus. Doch dann war schnell klar, dass wir alle unbe­dingt rudern wol­len, alle Zeit haben und vie­le von uns noch ganz vie­le Kilo­me­ter für die ein­zel­nen Wett­be­wer­be benötigen.

In unse­rer Öko­no­mie stärk­ten wir uns mit Kaf­fee und da sich erfah­rungs­ge­mäß der Nebel in Ber­lin in den Vor­mit­tags­stun­den wirk­lich ver­zieht, begann Pots­dam 2.0 gegen 10:50 Uhr.

Der „See­krug“ war nun doch ein biss­chen zu weit, außer­dem gab „efa“ uns Aus­kunft dar­über, wer wel­che Ziel­fahrt noch nicht hat und wem noch Kilo­me­ter für die Erfül­lung der Wett­be­wer­be fehl­ten. Es war ganz ein­fach: eini­gen fehl­te noch eine Ziel­fahrt in den Nor­den, in den Ziel­fahr­ten-Bereich 7.

Es ruft das Nord­licht, also ab in den Nor­den. Vor­bei geht es an der Schleu­se Span­dau, Eis­wer­der-Umfahrt, Was­ser­stadt-Span­dau-Brü­cke, Restau­rant zum Igel auf der Hei­li­gen­see-Sei­te, Fäh­re, Fähr­haus Span­dau auf der Span­dau-Sei­te und wir machen in Kon­rad­s­hö­he am Ruder­club Tegel­ort eine kur­ze Pau­se. End­spurt, wir errei­chen den Havel­ka­nal und haben den Ziel­be­reich 7 geschafft!

Nun sind es noch 500 Meter zum „Skip­per“ in Nie­der­neu­en­dorf. Ein Boot legt direkt am Restau­rant an, die bei­den ande­ren Boo­te suchen sich Lei­tern zum Aus­stei­gen. Wir sit­zen dann mit 14 Arko­nen auf der Ter­ras­se am gro­ßen Skip­per-Tisch, der an den bei­den Tisch­enden von zwei gro­ßen Schiffs­schrau­ben ein­ge­rahmt wird.

Was ist das für ein tol­les Leben?? Es kann bes­ser nicht sein, die Son­ne scheint, wir haben Sitz­kis­sen und Decken, das lecke­re Essen kommt und eini­ge von uns bevor­zu­gen die baye­ri­sche Spei­se­kar­te. Okto­ber­fest-Bier, Weiß-Wurst und Obatz­da, Kar­tof­fel­ecken, Hacke­pe­ter-Brot und natür­lich Kuchen, Schnit­zel mit Salat. Das Essen ist total lecker und wir genie­ßen den Blick auf den Yacht­ha­fen und den Havelkanal.

Inzwi­schen kommt eine Hoch­zeits­ge­sell­schaft mit 40 Per­so­nen in den Skip­per. Auf dem Damen-Clo fin­de ich es wirk­lich span­nend, wie wir Rude­rin­nen in vol­ler Ruder-Klei­der­ord­nung auf zwei völ­lig gestyl­te Mädels tref­fen, die zur Hoch­zeits­ge­sell­schaft gehö­ren. Wir sind die Exo­ten und die­se bei­den Damen kön­nen über­haupt nicht fas­sen, wie wir uns in sol­chen komi­schen klei­nen Boo­ten über­haupt bewe­gen können.

Wir war­ten natür­lich auf ein Zei­chen unse­res VL Wolf­gang P.K. Und es kommt: „Was für ein herr­li­ches Leben“; wir alle sind zufrie­den, denn die­ser Spruch fehl­te noch. Nur sei­ne Mann­schaft beteu­ert, die­sen Spruch an Bord schon mehr­mals gehört zu haben.

Um 15:20 h sind alle wie­der in den Boo­ten. Ein Teil der Hoch­zeits­ge­sell­schaft schaut unse­rem bun­ten Able­gen zu und weiß mal wie­der nicht den Unter­schied zwi­schen Rudern und Kanu fah­ren. Auf dem Rück­weg machen wir kei­ne Pau­se mehr und rudern durch. Auch die Ein­la­dung des Schleu­sen­wär­ters zum Schleu­sen neh­men wir nicht an, denn wir wol­len an der Schleu­se Span­dau noch mal einen Steu­er­manns­wech­sel vornehmen.

Bei bes­tem Herbst­wet­ter keh­ren wir wie­der zurück in unse­rem Hei­mat­ha­fen und sind bes­ter Lau­ne. Tho­mas hat alle Ziel­fahr­ten, Ger­hard braucht nur noch eine, Hol­ger feh­len noch fünf Kilo­me­ter, ich bin DRV-grün!

Pots­dam oder Hen­nigs­dorf, Haupt­sa­che rudern!!! Was für ein herr­li­ches Leben !

CdH

Die Traditions-Langstreckenregatta „Quer durch Berlin“ fand dieses Jahr zum 97. Mal statt – aufgrund von Bauarbeiten am Spreeufer in der Innenstadt verlief die Strecke jedoch nicht von Jungfernheide zum Haus der Kulturen der Welt, sondern vom RC Tegel zum LRV.

Auf dem Sattelplatz vor den Sunset Stufen der Greenwichpromenade herrschte am Regattatag ab 10.00 Uhr das übliche Treiben, die Radfahrer mussten sich an zahlreichen Booten vorbeischlängeln und viele Fußgänger schauten dem Spektakel interessiert zu. Materialablage und Steg waren in meinen Augen wesentlich besser als an der Jungfernheide, das Wetter – viel Wind – jedoch sehr üblich für den Tegeler See.

Gestartet wurde in ca. 30s Abstand zwischen den Crews vor dem RC Tegel: es wurde - etwas windgeschützt - vorbei an den Inseln Scharfenberg und Valentinswerder in den Hohenzollernkanal, bis kurz vor die Mäckeritzbrücke, gerudert. Aufgrund des starken Gegenwinds war für alle Mannschaften die erste Hälfte der Strecke besonders anstrengend. Hatte man es aber in den Hohenzollernkanal geschafft, ruderte es sich mit leichtem Schiebewind wesentlich angenehmer. Auf dem Saatwinkler Steg, auf und unter der Tegeler Brücke standen viele Familienmitglieder, Freunde und Vereinskamerad*innen, die uns lautstark anfeuerten. Manch einer radelte auch an der Strecke entlang. Das Ziel war leider etwas schlecht zu erkennen – irgendwann bimmelte es aus einem Busch am Saatwinkler Damm. Am LRV war deutlich mehr Platz zum Anlegen als in der Innenstadt, so dass es nicht lange dauerte – und auch hier gab es die bewährte Unterstützung durch Arkon*innen für die erschöpften Sportler*innen.

Vielen Dank für einen tollen Regattatag – mein Dank gilt vor allem den vielen Helfer*innen!

Hier die Ergebnisse im Einzelnen:

1. Platz:                       Gwendolin Leishman im JF 4x+A

1. Platz:                      Wiebke Kaufhold im MW8+ E

1. Platz:                      Yehor Zakharov, Ben Luis Häber und Lilly Herbach im JM 8+B

1. Platz:                       Dorothea Schmidt, Katja Czerr, Birte Ganz, Martina Banthau und Sibille Pletsch im MW 4x+ D (Gig)

2. Platz:                       Valentin Schlegel im SM8+ A

2. Platz:                       Stefan Forner, Jörg Irmer und Arnold Hiß im MM 4+ E (Gig)

3. Platz:                       Martina Taschner, Katja Simon, Marina de Groot, Anita Ulrich und Katrin Lohmann im MW4x+ C (Gig)

Herzlichen Glückwunsch!

Sibille Pletsch

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