Arkona Blog

Dove-Elbe-Rallye 2026

von | Juni 4, 2026 | 2026, Breitensport

In den lan­gen Win­ter­mo­na­ten haben wir die Zeit genutzt und über­legt, was man 2026 so alles anstel­len kann. Die Idee war schnell da: Die Dove-Elbe-Ral­lye 2026 soll­te es sein – mit einem Gig-Riemenvierer.

Die Mann­schaft hat sich nach einem Auf­ruf im Klub­raum recht schnell zusam­men­ge­fun­den: Jörg Irm­er auf Schlag, Tobi­as Del­fen­dahl dahin­ter, Ste­fan For­ner auf Zwei und Arnold Hiß im Bug. Gesteu­ert und ange­trie­ben wur­den die Män­ner von unse­rer Cox Mer­lind Knaisch.

Moti­va­ti­on und Mann­schaft waren da, aber der lan­ge Win­ter und das Wet­ter haben unse­ren Trai­nings­en­thu­si­as­mus etwas aus­ge­bremst. Auch war uns klar, dass wir mit der „Bran­den­burg“ als Klin­ker­vie­rer kein kon­kur­renz­fä­hi­ges Boot für die Regat­ta haben. Für die Trai­nings­fahr­ten war es jedoch völ­lig aus­rei­chend und immer ver­füg­bar. Auf­grund der kur­zen Vor­be­rei­tungs­zeit haben wir ver­sucht, zwei­mal in der Woche zu trai­nie­ren. Das Trai­ning haben wir so gut es ging in Eigen­re­gie gestal­tet, mit einem regen Aus­tausch nach den Fahrten.

Nun stand noch die Fra­ge nach einem Boot für die Regat­ta im Raum. Der ers­te Gedan­ke war, uns die Rie­men wie­der von Col­le­gia mit der „Karl Vogt“ oder die „Span­dau“ von Hel­las mit den Col­le­gia-Rie­men zu lei­hen – sozu­sa­gen ein bewähr­tes Erfolgs­re­zept von QdB. Zu die­sen Fra­gen gesell­ten sich auch noch Über­le­gun­gen zu Hän­ger, Zug­ma­schi­ne oder einem gemein­schaft­li­chen Trans­port mit ande­ren Vereinen.

Die Ret­tung kam von Jörg und Arnold, die im letz­ten Jahr mit dem RC Ber­ge­dorf zu einer Wan­der­fahrt unter­wegs waren – orga­ni­siert von Bernd Stö­ckel, des­sen Sohn Dirk beim RC Ber­ge­dorf rudert. Die­ser Kon­takt brach­te uns schließ­lich ein kon­kur­renz­fä­hi­ges Regat­ta­boot mit Riemen.

An die­ser Stel­le möch­ten wir dem RC Ber­ge­dorf ganz herz­lich dan­ken für das spit­zen­mä­ßi­ge Mate­ri­al, das uns zur Ver­fü­gung gestellt wurde.

So ging es dann am Frei­tag, den 24.04.2026, auf nach Ber­ge­dorf, um unser Regat­ta­boot, die „Reit­brook“, ken­nen­zu­ler­nen. Wir konn­ten unser Glück kaum fas­sen, was für ein exzel­len­tes Mate­ri­al wir zur Ver­fü­gung gestellt bekom­men hat­ten. Mit freu­di­ger Erwar­tung ging es dann bei Son­nen­schein und star­kem Wind aufs Was­ser. Zurück am Steg stie­gen wir alle mit einem Grin­sen aus dem Boot – Mann­schaft und Boot haben ein­fach sehr gut mit­ein­an­der har­mo­niert. So lie­ßen wir den Abend in der Ham­bur­ger Innen­stadt bei guter Lau­ne ausklingen.

Am Sams­tag tra­fen wir uns nach dem Früh­stück an der Regat­ta­stre­cke. Es folg­te das Brie­fing für die Steu­er­leu­te, und dann begann das end­lo­se War­ten, bis wir end­lich los­le­gen konn­ten. Das Wet­ter wuss­te auch nicht so recht, was es im April wer­den soll­te: abwech­selnd Son­ne und Wol­ken, gepaart mit star­kem Wind und zurück­hal­ten­den nord­deut­schen Temperaturen.

Bei dem Wind hat­ten die Steu­er­leu­te alle Hän­de voll zu tun, um die Boo­te in der Start­auf­stel­lung sicher auseinanderzuhalten.

Und schon wur­den wir auch zum Start geru­fen. 12:26 Uhr Start­schuss, auf geht’s – etwa 12,5 km lagen vor uns. Jörg ging gleich zu Anfang in die Vol­len, und das Boot lief, wie wir es im Trai­ning noch nicht erlebt hat­ten. Die Mann­schaft ging mit – außer Mer­lind unse­re Cox, die gleich am Anfang mein­te, wir soll­ten lang­sa­mer machen und irgend­et­was von hal­ber Kraft rede­te. Alle dach­ten sich: „Kommt nicht in Fra­ge – die spinnt, wir sind noch gar nicht auf Temperatur!“

Außer dem Schlag­mann konn­te kei­ner den ange­spann­ten Gesichts­aus­druck von Mer­lind sehen, denn für sie war klar, dass wir im engen Fahr­was­ser, bei Gegen­ver­kehr und star­kem Gegen­wind das ers­te Boot „easy“ über­ho­len wür­den. Doch gezwun­gen durch die immer näher­kom­men­de Brü­cke muss­ten wir nach etwa 1200 Metern etwas Fahrt herausnehmen.

Nach der Brü­cke trieb sie uns dafür umso mehr an, um das ers­te in Kon­kur­renz fah­ren­de Rie­men­boot zu über­ho­len. Die Fahrt ver­lief kon­ti­nu­ier­lich schnell, denn auch ein wei­te­res Boot lag nun im Über­hol­vi­sier. Bis zur Wen­de, bei etwa 6,2 km, hat­ten wir freie Fahrt. Der star­ke West­wind drück­te uns an die Wen­de­bo­jen: Steu­er­bord schob sich das Boot kaum um die Ecke, Back­bord muss­te stop­pen. Von hin­ten drän­gel­ten zwei Doppelvierer.

So fuh­ren wir – getrie­ben von den bei­den Vie­rern und dem knapp vor uns fah­ren­den Rie­men-Boot, zum Über­hol­an­griff bereit, auf eine Brü­cke zu, wo sich auch noch Gegen­ver­kehr ankün­dig­te, der wie ver­ein­bart Vor­rang hat­te. Nach 20 „Dicken“ lagen wir vor­ne. Wäh­rend das ande­re Rie­men­boot bereits durch die Brü­cke gefah­ren war, gin­gen wir – ange­trie­ben durch unse­re Steu­er­frau (ich bin mir sicher, sie hat Hör­ner) – als Ers­te mit kräf­ti­gen Schlä­gen unter der Brü­cke durch.

Einer der bei­den kon­kur­rie­ren­den Dop­pel­vie­rer nutz­te die Gele­gen­heit, um sich einen Vor­teil zu ver­schaf­fen und anschlie­ßend auch an uns vor­bei­zu­zie­hen. Der zwei­te Dop­pel­vie­rer sah sich dadurch benach­tei­ligt, dräng­te uns in unsport­li­cher Wei­se ab – Skull- und Rie­men­be­rüh­run­gen inklu­si­ve – und brems­te uns aus. Hier wur­den dann noch eini­ge Höf­lich­kei­ten aus­ge­tauscht (Vor­teil beim Rie­men ist, dass auch Zei­chen­spra­che mög­lich ist), und dann ging es mit Voll­dampf wei­ter Rich­tung Ziel.

Auf den letz­ten Kilo­me­tern scho­ben wir uns immer wei­ter an die Kon­kur­ren­ten her­an, die wir dann etwa drei Kilo­me­ter vor dem Ziel noch über­hol­ten. Respekt­voll ist zu erwäh­nen, dass sie sich davon nicht ent­mu­ti­gen lie­ßen und bis zum Ziel hart­nä­ckig ver­such­ten, dranzubleiben.

Als die Ziel­glo­cke läu­te­te, waren wir alle mehr als erleich­tert und wie elek­tri­siert von dem, was wir erlebt hatten.

Der Wind hat­te inzwi­schen zuge­legt, und die vie­len Boo­te beim Ein­set­zen und Anle­gen mach­ten es schwie­rig, an den Steg zu kom­men, da man in der War­te­po­si­ti­on immer wie­der seit­lich abge­trie­ben wurde.

Den­noch stie­gen wir wie­der mit einem brei­ten Grin­sen aus dem Boot – und mit der Gewiss­heit, dass wir in unse­rem Ren­nen das schnells­te Boot waren.

Nach Bier, Brat­wurst, Kuchen und Sie­ger­eh­rung lie­ßen wir den Tag mit anre­gen­den Gesprä­chen und viel Geläch­ter in der Unter­kunft bei Spa­ghet­ti Car­bo­n­a­ra gemüt­lich ausklingen…

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