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B wie Berlin fährt zum Bundeswettbewerb nach Bremen

von Thomas Osteroth

2. September 2022

Pre­mie­re für Bre­men: Noch nie in der Geschich­te des Bun­des­wett­be­werbs (BW) war Bre­men der Aus­tra­gungs­ort für die „deut­sche U15-Meis­ter­schaft“ gewe­sen. Umso gespann­ter waren wir natür­lich auf die Regat­ta, die vom 07. – 10. Juli 2022 am Wer­der­see statt­fin­den soll­te – und das end­lich wie­der im ursprüng­li­chen For­mat: 3 Tage Action für die jewei­li­gen (Vize-)Landessieger der drei ältes­ten Kin­der­jahr­gän­ge (in die­sem Jahr 2008, 2009 und 2010).

Doch ehe wir als Ber­li­ner Mann­schaft zum BW fuh­ren, soll­ten sich die Kin­der und Trai­ner im Vor­feld ken­nen­ler­nen. Es wur­de je ein Tag für die Teil­neh­men­den aus den öst­li­chen und den west­li­chen Ruder­ver­ei­nen orga­ni­siert – letz­te­rer wur­de von Arko­na orga­ni­siert und auch hier durch­ge­führt. Nach ein paar Namens­spie­len, die alle wie immer lieb­ten, übten die Kin­der unter Anlei­tung der Trai­ner sta­ti­ons­wei­se die Übun­gen für den all­ge­mei­nen Sport­wett­be­werb (ASW). Der ASW ist eine von 3 Dis­zi­pli­nen beim BW, bei der die Kin­der ver­eins­über­grei­fend antre­ten, um ins­ge­samt 8 all­ge­mein­ath­le­ti­sche Übun­gen zu bestrei­ten. In die­sem Jahr galt es u.a. Medi­zin­bäl­le zu sto­ßen, den Wis­sens­test zu meis­tern oder sich in der Rie­men­staf­fel zu mes­sen.

Zum Abschluss des Übungs- und Kenn­lern­ta­ges wur­de aus­gie­big gegrillt, bis nach 2 Stun­den „Dau­er­gril­len“ auch end­lich der letz­te satt war 😉
Am 7. Juli  wur­de es dann ernst, als nach und nach alle 89 Sport­ler und 23 Trai­ner im Ruder­leis­tungs­zen­trum in der Jung­fern­hei­de ein­tru­del­ten, um gemein­sam von dort aus mit Rei­se- und Klein­bus­sen nach Bre­men zu rei­sen. Unter ihnen waren auch eini­ge klei­ne und gro­ße Arko­nen: Von unse­ren Regatta­kin­dern konn­ten sich ins­ge­samt 9 Mäd­chen und Jun­gen beim Ber­li­ner Lan­des­ent­scheid Anfang Juni für den BW qua­li­fi­zie­ren. Das ist eine enor­me Anzahl, wenn man bedenkt, dass jeweils nur die ers­ten und zwei­ten Plät­ze eines jeden Ren­nens für den BW nomi­niert wer­den. Zu den Glück­li­chen gehör­te der Mäd­chen­vie­rer 13/14 Jah­re mit Lil­ly, Mathea, Sis­si und Sofia, gesteu­ert von Mal­te, der Jun­gen­zwei­er 13/14 Jah­re mit Gre­gor und Tim sowie der Mäd­chen­ei­ner 13 Jah­re mit Gwen­do­lin – sie alle wur­den jeweils Lan­des­sie­ger in ihren Ren­nen. Ein wei­te­rer Glück­li­cher war Yaniv, der im leich­ten Jun­gen­ei­ner 14 Jah­re als Vize­lan­des­sie­ger her­vor­ging und sich somit eben­falls ein BW-Ticket sicher­te! Beglei­tet wur­den die 9 von Laris­sa und mir als Trai­ner­team. Seb war natür­lich auch dabei – als Mann­schafts­lei­ter der gesam­ten Ber­li­ner Rei­se­grup­pe. Als Sup­port bei der Ver­pfle­gung und den Hän­gern kamen Alex, Valen­tin und Con­stan­tin mit und sorg­ten uner­müd­lich dafür, dass kei­ner hung­rig blieb und der West-Hän­ger sicher von A nach B kam. Auch auf DRV-Ebe­ne war Arko­na mit 3 Schieds­rich­tern ver­tre­ten: Lea, Rebec­ca und Lukas! 
Nach ein paar Stun­den Fahrt kamen wir am Nach­mit­tag am Wer­der­see an. Nach­dem die Boo­te auf­gerig­gert und die Mann­schafts­zel­te auf­ge­baut waren, ging es zur Eröff­nungs­fei­er, bei der alle Bun­des­län­der schon mal ordent­lich Lärm mach­ten, um ihre Anfeue­rungs­ru­fe zu üben. 
Abends fuh­ren wir dann in die uns zuge­teil­te Sport­hal­le und schlie­fen schon bald vol­ler Vor­freu­de auf die kom­men­den Tage ein.
Am Frei­tag um 9 Uhr ertön­te der ers­te Start auf der 3.000m Lang­stre­cke – es galt, erst 1.500m gen Osten zu rudern, anschlie­ßend über Back­bord zu wen­den und schließ­lich die 1.500m wie­der zurück­zu­ru­dern. Bei der Sie­ger­eh­rung am Nach­mit­tag strahl­te v.a. Gwen­do­lin, die in ihrer Abtei­lung den ers­ten Platz mit der ins­ge­samt fünft­schnells­ten Zeit beleg­te! Auch Yaniv wur­de nach vor­ne geru­fen und erhielt eine Medail­le – näm­lich die Sil­ber­me­dail­le in sei­ner Abtei­lung mit der eben­falls ins­ge­samt fünft­schnells­ten Zeit in sei­nem Ren­nen! Gera­de im Einer ist die Lang­stre­cke noch­mal deut­lich här­ter und man braucht viel Dis­zi­plin und Wil­lens­stär­ke, um sich da allei­ne durch­zu­bei­ßen. Mit ihrer Leis­tung zogen bei­de ins jeweils 1. Fina­le am Sonn­tag ein – wirk­lich grandios! 
Auch die Ergeb­nis­se der ande­ren bei­den Boo­ten kön­nen sich bli­cken las­sen: Zwar ver­lor der Mäd­chen­vie­rer an der Wen­de lei­der wert­vol­le Sekun­den, jedoch konn­ten sie dank schnel­ler Stre­cken­schlä­ge und einem beein­dru­cken­dem Team­geist den 3. Platz in ihrer Abtei­lung und Platz 13 ins­ge­samt erzie­len. Sie soll­ten also im 3. Fina­le am Sonn­tag an den Start gehen. Der Jun­gen­zwei­er hat­te es wirk­lich nicht ein­fach, sich mit deut­lich gerin­ge­rem Mann­schafts­ge­wicht gegen die ande­ren schwe­ren Boo­te durch­zu­set­zen. Sie kämpf­ten bis zum Ende und lan­de­ten auf Platz 5 in ihrer Abtei­lung und ins­ge­samt auf Platz 20, wodurch sie am Sonn­tag im 4. Fina­le star­ten würden. 
Am nächs­ten Tag – dem Sams­tag – stan­den nun nicht mehr die ein­zel­nen Boots­mann­schaf­ten im Fokus son­dern die Ber­li­ner Mann­schaft an sich. Die Kin­der wur­den in 10er Teams ein­ge­teilt, sor­tiert nach den Vor­na­men. In die­sen Kon­stel­la­tio­nen bestrit­ten sie die Übun­gen des ASW, um für ihr Team und natür­lich für Ber­lin wert­vol­le Punk­te zu holen. Für einen spa­ßi­gen Aus­klang des Tages sorg­ten die Trai­ner der ein­zel­nen Bun­des­län­der bei den Betreuer­ren­nen über (ganz grob) 350m. Auch Ber­lin mel­de­te 3 Boo­te: Einen Män­ner­vie­rer, der sieg­reich war, sowie einen Mix-Vie­rer, den u.a. Laris­sa eben­falls zum Sieg fuhr.
Zusam­men mit drei wei­te­ren Trai­ne­rin­nen ging ich im Ber­li­ner Frau­en­vie­rer  an den Start. Unter den Anfeue­rungs­ru­fen unse­res Steu­er­manns Mal­te kamen wir als 4. Boot über die Ziel­li­nie. Bei der Sie­ger­eh­rung am Ende des Tages sorg­te die Ber­li­ner Mann­schaft noch ordent­lich für Stim­mung und stimm­te den „Macare­na-Tanz“ an – kur­ze Zeit spä­ter tanz­ten alle Bun­des­län­der mit uns – was für ein Gefühl!!! 
Und dann war es schon so weit: Die Bun­des­re­gat­ta stand an mit den 1.000m Final­ren­nen. Heu­te war es noch­mal vol­ler an der Stre­cke. Vie­le Eltern waren zum Anfeu­ern extra ange­reist. Es war daher schon kniff­lig, durch die schrei­en­de Men­ge zu den An- und Able­ge­ste­gen zu gelan­gen 😉 Als ers­tes war Gwen­do­lin an der Rei­he. Im 1. Fina­le hin­gen die Trau­ben natür­lich sehr hoch und die Anspan­nung war ihr deut­lich anzu­mer­ken. Dann gab es auf­grund des Win­des auch noch Ver­zö­ge­run­gen am Start, was die Ner­ven in Hoch­span­nung ver­setz­te. In einem hart umkämpf­ten Ren­nen fuhr Gwen­do­lin schließ­lich nur weni­ge hun­derts­tel Sekun­den hin­ter Platz 5 ins Ziel – herz­li­chen Glück­wunsch zu die­ser star­ken Leis­tung! Als nächs­tes war Yaniv an der Rei­he. Auch er star­te­te im 1. Fina­le bei den schnells­ten deut­schen Leicht­ge­wichts­ei­nern im Jun­gen­be­reich. Schon am Start sah man deut­li­che Grö­ßen­un­ter­schie­de bei den Jun­gen; das soll­te nicht ein­fach wer­den für Yaniv, aber wenn einer alles aus sich her­aus­ho­len kann, dann ist es Yaniv! Von Anfang an kämpf­te er um jeden Zen­ti­me­ter und ver­such­te, so lan­ge es geht dran­zu­blei­ben. Am Ende erziel­te er einen star­ken 6. Platz, wobei ich behaup­ten möch­te, dass er sich wohl im Win­ter noch kaum erträu­men las­sen konn­te, dass er im Som­mer gegen die schnells­ten Leicht­ge­wich­te sei­ner Alters­klas­se fah­ren wür­de. Du kannst wirk­lich super stolz auf dich und dei­ne Leis­tung sein! Das nächs­te Boot war unser Zwei­er mit Gre­gor und Tim. Sie star­te­ten im letz­ten Fina­le und konn­ten somit das Feld noch­mal von hin­ten auf­krem­peln. Es war ein span­nen­des Ren­nen – zunächst führ­te Ber­lin, doch im End­spurt hol­te sie Bre­men dann doch noch ein. Sil­ber für Gre­gor und Tim, das sie mit einem wohl ver­dien­ten Strah­len am Sie­ger­steg quittierten! 
Fast als letz­tes Ren­nen an die­sem Tag ging der Mäd­chen­vie­rer an den Start. Schnell wie der Blitz woll­ten sie sein – das ließ jeden­falls das ein­heit­li­che Socken­de­sign ver­mu­ten 😉 Als Favo­rit in die­sem 3. Fina­le lie­ßen sie kei­ne Zwei­fel auf­kom­men und über­quer­ten sou­ve­rän mit 9 sek Vor­sprung als ers­tes Boot die Ziel­li­nie. Am Sie­ger­steg nah­men sie stolz ihre Gold­me­dail­le in Emp­fang – klas­se Mädels! 

Und so ging der Bun­des­wett­be­werb 2022 zu Ende. Unse­re 9 Arko­na-Kin­der haben nun alle­samt eine Medail­le vom BW zu Hau­se hän­gen – das mag schon was hei­ßen! Ber­lin hat bei der Pokal­wer­tung in die­sem Jahr lei­der nicht so gut abge­schnit­ten wie sonst: Lang­stre­cke 6. Platz, ASW 8. Platz, Bun­des­re­gat­ta 5. Platz und damit ins­ge­samt der 7. Platz von allen Bun­des­län­dern. Da ist also noch reich­lich Luft nach oben fürs nächs­te Jahr, wenn man bedenkt, dass wir 2019 den 2. Platz belegten…

Aber so ein Bun­des­wett­be­werb lebt nicht nur von den End­ergeb­nis­sen son­dern natür­lich auch von den Erleb­nis­sen und Erfah­run­gen, die jeder per­sön­lich für sich mit­nimmt. Ich den­ke, ich spre­che für alle, wenn ich sage: Es waren ein paar ereig­nis­rei­che, auf­re­gen­de Tage mit viel guter Stim­mung, neu­en Freund­schaf­ten, lecke­rem Essen (!!!) und ganz viel Spaß. Ein gro­ßes Dan­ke­schön an alle, die zu die­ser groß­ar­ti­gen Ver­an­stal­tung bei­getra­gen haben! Ber­lin, Ber­lin ein bären­star­kes Team – AHU!

San­dra

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