Arkona Blog

Tagesfahrt am 1. Mai 2022

von Thomas Osteroth | Mai 2, 2022 | 2022, Breitensport

Die Vor­zei­chen stan­den gut: Die Wet­ter­vor­her­sa­ge pro­phe­zei­te 18 Grad und Son­nen­schein und 12 moti­vier­te Rude­rin­nen und Rude­rer fan­den sich pünkt­lich um 10 Uhr am Steg ein. Das Ziel: die Meie­rei in Pots­dam. Die Ruder­sä­cke waren mit Socken bzw. Gum­mi­lat­schen bestückt, um hei­len Fußes die letz­ten Meter im Was­ser bis zum Ufer zurück­zu­le­gen, Kers­tin spen­dier­te sogar noch ein paar flau­schi­ge Handtücher.

So nah­men ein Ach­ter (“Hein­rich”), gesteu­ert von unse­rer Fahr­ten­lei­te­rin Bir­git, und ein Drei­er ohne (“Bocks­fel­de”) froh­ge­mut Kurs auf die Meie­rei. Der Wet­ter­gott hat­te sich jedoch etwas zu weit aus dem Fens­ter gelehnt, mit jedem Ruder­schlag ver­fes­tig­te sich eine soli­de Wol­ken­de­cke. Auch der Wind frisch­te ordent­lich auf, was die Regat­ta, die es auf Höhe des Bri­ti­schen Yacht Clubs zu kreu­zen galt, sicher­lich erfreute. 

Lang­sam aber sicher wuchs die Vor­freu­de auf die Köst­lich­kei­ten, mit denen die Meie­rei auf­war­ten wür­de. Doch auch hier bewahr­hei­te­te sich das Sprich­wort: Plä­ne sind dazu da, geän­dert zu wer­den. Ers­ter Bote der schlech­ten Kun­de war ein Hel­las-Vie­rer, der uns Fol­gen­des zurief: “Anle­gen ver­bo­ten, Denk­mal­schutz!” Ungläu­big fuh­ren wir näher her­an, doch lei­der hat­te hier nie­mand den 1. Mai mit dem 1. April ver­wech­selt: kein Anle­gen für Ruder­boo­te an der Meie­rei. Leich­ter Unmut mach­te sich an Bord breit, doch schnell ward eine Lösung gefun­den: das Wirts­haus Moor­la­ke. Mit vie­len wei­te­ren an der Meie­rei ver­prell­ten Boo­ten nah­men wir Kurs auf Plan B. Trotz par­al­le­ler Bus­lan­dung und damit ein­her­ge­hen­der Kon­kur­renz um die Töp­fe, wur­den wir schnell und gut ver­kös­tigt. Die Rück­fahrt ver­lief trotz eini­ger grö­ße­rer Wel­len (Gruß an die Motor­boo­te!) rela­tiv pro­blem­los – und auf den letz­ten Metern trau­te sich sogar die Son­ne noch ein­mal her­aus. Das Fazit: trotz uner­war­te­tem Hin­der­nis eine sehr gelun­ge­ne Wan­der­fahrt in wun­der­schö­nem Ruder­re­vier samt Pfaueninselumfahrt.

Die Traditions-Langstreckenregatta „Quer durch Berlin“ fand dieses Jahr zum 97. Mal statt – aufgrund von Bauarbeiten am Spreeufer in der Innenstadt verlief die Strecke jedoch nicht von Jungfernheide zum Haus der Kulturen der Welt, sondern vom RC Tegel zum LRV.

Auf dem Sattelplatz vor den Sunset Stufen der Greenwichpromenade herrschte am Regattatag ab 10.00 Uhr das übliche Treiben, die Radfahrer mussten sich an zahlreichen Booten vorbeischlängeln und viele Fußgänger schauten dem Spektakel interessiert zu. Materialablage und Steg waren in meinen Augen wesentlich besser als an der Jungfernheide, das Wetter – viel Wind – jedoch sehr üblich für den Tegeler See.

Gestartet wurde in ca. 30s Abstand zwischen den Crews vor dem RC Tegel: es wurde - etwas windgeschützt - vorbei an den Inseln Scharfenberg und Valentinswerder in den Hohenzollernkanal, bis kurz vor die Mäckeritzbrücke, gerudert. Aufgrund des starken Gegenwinds war für alle Mannschaften die erste Hälfte der Strecke besonders anstrengend. Hatte man es aber in den Hohenzollernkanal geschafft, ruderte es sich mit leichtem Schiebewind wesentlich angenehmer. Auf dem Saatwinkler Steg, auf und unter der Tegeler Brücke standen viele Familienmitglieder, Freunde und Vereinskamerad*innen, die uns lautstark anfeuerten. Manch einer radelte auch an der Strecke entlang. Das Ziel war leider etwas schlecht zu erkennen – irgendwann bimmelte es aus einem Busch am Saatwinkler Damm. Am LRV war deutlich mehr Platz zum Anlegen als in der Innenstadt, so dass es nicht lange dauerte – und auch hier gab es die bewährte Unterstützung durch Arkon*innen für die erschöpften Sportler*innen.

Vielen Dank für einen tollen Regattatag – mein Dank gilt vor allem den vielen Helfer*innen!

Hier die Ergebnisse im Einzelnen:

1. Platz:                       Gwendolin Leishman im JF 4x+A

1. Platz:                      Wiebke Kaufhold im MW8+ E

1. Platz:                      Yehor Zakharov, Ben Luis Häber und Lilly Herbach im JM 8+B

1. Platz:                       Dorothea Schmidt, Katja Czerr, Birte Ganz, Martina Banthau und Sibille Pletsch im MW 4x+ D (Gig)

2. Platz:                       Valentin Schlegel im SM8+ A

2. Platz:                       Stefan Forner, Jörg Irmer und Arnold Hiß im MM 4+ E (Gig)

3. Platz:                       Martina Taschner, Katja Simon, Marina de Groot, Anita Ulrich und Katrin Lohmann im MW4x+ C (Gig)

Herzlichen Glückwunsch!

Sibille Pletsch

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