Arkona Blog

Und plötzlich kam Corona…

von Thomas Osteroth | Juli 23, 2020 | 2020, Jugend

Was hat die Jugend in den letz­ten Mona­ten eigent­lich gemacht?

Das Jahr 2020 begann in der Jugend­ab­tei­lung wie immer mit der Jugend­jah­res­haupt­ver­samm­lung, dem Nudel­sprint bei Hel­las-Tita­nia, der Ski­fahrt in den Win­ter­fe­ri­en und inten­si­ven Trai­nings­ein­hei­ten zur Vor­be­rei­tung auf die Sai­son und den bevor­ste­hen­den Lang­stre­cken­test. Alle waren hoch­mo­ti­viert, stan­den voll im Trai­ning und hat­ten sich viel vor­ge­nom­men in die­sem Jahr. Und dann kam es doch alles anders als erwartet.

Von heu­te auf mor­gen waren alle Trai­nings­ter­mi­ne bis auf wei­te­res abge­sagt – das war am 16. März 2020. Lee­re und Stil­le mach­ten sich Boots­haus breit – kein Kin­der­la­chen, kein Geschrei, kei­ne Ruder­boo­te. Gru­se­lig! Um die Kon­di­ti­on der Regat­ta­kin­der und Junio­ren wenigs­tens etwas zu erhal­ten, schrie­ben wir Trai­ner flei­ßig Trai­nings­plä­ne für zu Hau­se, Ergos wur­den aus­ge­lie­hen. So fand auch das Trai­nings­la­ger in den Oster­fe­ri­en nur vir­tu­ell statt. Die Regat­ta­kin­der erhiel­ten jeweils am Vor­abend die Trai­nings­ein­heit für den kom­men­den Tag – jog­gen, Bauch/Rückenprogramm, Rad- und Ergo­fah­ren waren an der Tages­ord­nung! Die Kin­der und Junio­ren waren wirk­lich flei­ßig zu Hau­se und hiel­ten sich wei­test­ge­hend an die Plä­ne – das ist wirk­lich lobens­wert, denn dahin­ter steckt eine Men­ge Eigen­mo­ti­va­ti­on und Selbst­dis­zi­plin und das vor dem Hin­ter­grund, dass erst­mal kei­ne Regat­ten bevor­stan­den, da die­se alles abge­sagt wurden!

Nach über einem Monat Ver­eins- und Ruder­pau­se gab es Ende April end­lich ers­te Locke­run­gen vom Senat – wir durf­ten wie­der aufs Was­ser! Die Trai­ner bas­tel­ten flei­ßig Ruder­plä­ne – es waren nur Einer erlaubt und nur 5 Sport­ler auf ein­mal. Alle konn­ten es kaum erwar­ten, end­lich wie­der rudern zu dür­fen, und als sie end­lich wie­der auf dem Boots­platz stan­den, ging ein Strah­len über ein jedes Gesicht – sowohl Sport­ler als auch Trai­ner! Vie­le Eltern schrie­ben uns am Abend, wie glück­se­lig und aus­ge­gli­chen ihr Kind wie­der war nach wochen­lan­ger schlech­ter Lau­ne zu Hause.

Die Woche dar­auf durf­ten nur noch 2er-Grüpp­chen aufs Was­ser. Wir nah­men die Her­aus­for­de­rung an und lie­ßen die Kin­der und Jugend­li­chen im Vier­tel­stun­den­takt able­gen und auf einer vor­ge­ge­be­nen Stre­cke pendeln/rudern, die von einem Motor­boot beauf­sich­tigt wur­de. Auch das Anle­gen fand im Vier­tel­stun­den­takt statt. Bei solch einem Sys­tem ver­gisst man glatt, dass Rudern ein Team­sport ist …

Ab dem 15. Mai durf­ten wir dann in 8er-Grup­pen aufs Was­ser, ab dem 1. Juni in 12er-Grup­pen – alles natür­lich wei­ter­hin im Einer. Die Trai­ner zeig­ten viel Enga­ge­ment und inves­tier­ten weit­aus mehr Zeit ins Trai­ning als sonst, denn es soll­ten ja alle 85 Kin­der und Jugend­li­chen die Mög­lich­keit bekom­men, wie­der zum Rudern zu kom­men. Dar­un­ter waren auch vie­le Kin­der, die bis dato noch nie im Einer geses­sen hat­ten, sodass zu Anfang v.a. Einer­aus­bil­dun­gen ange­sagt waren. Die Pla­nung der Som­mer­fe­ri­en topp­te dann noch­mal alle bis­he­ri­gen Plä­ne: Wir ent­schlos­sen uns, den Kin­der­ru­der­kurs in den Som­mer­fe­ri­en statt­fin­den zu las­sen und nicht wie den im Früh­jahr abzu­sa­gen. Das bedeu­te­te im Umkehr­schluss, dass wir noch mehr Trai­nings­ter­mi­ne aus dem Hut zau­bern muss­ten. Teil­wei­se ver­brach­ten wir Trai­ner gan­ze Tage im Ver­ein – von mor­gens bis abends, natür­lich mit Pau­se –, um allen Kin­dern Ruder­ter­mi­ne anbie­ten zu können.

Das durch­weg posi­ti­ve Feed­back der Kin­der, Jugend­li­chen und Eltern bestärkt uns in unse­rem Han­deln und gibt uns viel zurück. Wir kön­nen stolz dar­auf sein, was wir auf die Bei­ne gestellt haben und wie viel Arbeit wir in die Erstel­lung und Durch­füh­rung von Trai­nings- und Ruder­plä­nen gesteckt haben, um den Kin­dern und Jugend­li­chen wei­ter­hin etwas zu bie­ten, sie fit zu hal­ten und ihnen unter schwie­ri­gen Umstän­den das Rudern wie­der zu ermög­li­chen. Nun bleibt uns allen die Hoff­nung, dass Anfang August, wenn die Schu­le wie­der anfängt, wei­te­re Locke­run­gen kom­men wer­den, die uns lang­sam wie­der zu einem nor­ma­len Trai­nings­be­trieb über­ge­hen las­sen können.

San­dra Grote

Die Traditions-Langstreckenregatta „Quer durch Berlin“ fand dieses Jahr zum 97. Mal statt – aufgrund von Bauarbeiten am Spreeufer in der Innenstadt verlief die Strecke jedoch nicht von Jungfernheide zum Haus der Kulturen der Welt, sondern vom RC Tegel zum LRV.

Auf dem Sattelplatz vor den Sunset Stufen der Greenwichpromenade herrschte am Regattatag ab 10.00 Uhr das übliche Treiben, die Radfahrer mussten sich an zahlreichen Booten vorbeischlängeln und viele Fußgänger schauten dem Spektakel interessiert zu. Materialablage und Steg waren in meinen Augen wesentlich besser als an der Jungfernheide, das Wetter – viel Wind – jedoch sehr üblich für den Tegeler See.

Gestartet wurde in ca. 30s Abstand zwischen den Crews vor dem RC Tegel: es wurde - etwas windgeschützt - vorbei an den Inseln Scharfenberg und Valentinswerder in den Hohenzollernkanal, bis kurz vor die Mäckeritzbrücke, gerudert. Aufgrund des starken Gegenwinds war für alle Mannschaften die erste Hälfte der Strecke besonders anstrengend. Hatte man es aber in den Hohenzollernkanal geschafft, ruderte es sich mit leichtem Schiebewind wesentlich angenehmer. Auf dem Saatwinkler Steg, auf und unter der Tegeler Brücke standen viele Familienmitglieder, Freunde und Vereinskamerad*innen, die uns lautstark anfeuerten. Manch einer radelte auch an der Strecke entlang. Das Ziel war leider etwas schlecht zu erkennen – irgendwann bimmelte es aus einem Busch am Saatwinkler Damm. Am LRV war deutlich mehr Platz zum Anlegen als in der Innenstadt, so dass es nicht lange dauerte – und auch hier gab es die bewährte Unterstützung durch Arkon*innen für die erschöpften Sportler*innen.

Vielen Dank für einen tollen Regattatag – mein Dank gilt vor allem den vielen Helfer*innen!

Hier die Ergebnisse im Einzelnen:

1. Platz:                       Gwendolin Leishman im JF 4x+A

1. Platz:                      Wiebke Kaufhold im MW8+ E

1. Platz:                      Yehor Zakharov, Ben Luis Häber und Lilly Herbach im JM 8+B

1. Platz:                       Dorothea Schmidt, Katja Czerr, Birte Ganz, Martina Banthau und Sibille Pletsch im MW 4x+ D (Gig)

2. Platz:                       Valentin Schlegel im SM8+ A

2. Platz:                       Stefan Forner, Jörg Irmer und Arnold Hiß im MM 4+ E (Gig)

3. Platz:                       Martina Taschner, Katja Simon, Marina de Groot, Anita Ulrich und Katrin Lohmann im MW4x+ C (Gig)

Herzlichen Glückwunsch!

Sibille Pletsch

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