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Zeltlager zu Zeiten von Corona

von Thomas Osteroth

23. Juli 2020

Challenge accepted!

Seit Mit­te März gab es kei­ne Ver­an­stal­tun­gen mehr in unse­rer Jugend­ab­tei­lung – alles muss­te abge­sagt wer­den wegen des bekann­ten „6‑Buch­sta­ben-Viru­ses“: das Oster-Trai­nings­la­ger, die Früh­re­gat­ta in Grün­au, die Tage der offe­nen Tür, die Regat­ta in Bre­men, unse­re Stern­fahrt und das damit ver­bun­de­ne Him­mel­fahrtshap­pe­ning, die Som­mer­re­gat­ta und der Bundeswettbewerb.

Doch eins lie­ßen wir uns nicht neh­men: Unser Zelt­la­ger! Unse­re Pla­nung war bestimmt von der essen­zi­el­len Fra­ge­stel­lung „Wie stel­len wir ein Zelt­la­ger auf die Bei­ne, das ‚coro­na­kon­form’ ist?“ Wir kre­ierten schließ­lich einen „coro­na­kon­for­men“ Plan und schrie­ben 30 Plät­ze aus, die inner­halb von zwei Tagen belegt waren – kein Wun­der nach den letz­ten ver­an­stal­tungs­ar­men Mona­ten! Immer mehr E‑Mails flat­ter­ten in mein Post­fach mit wei­te­ren Anmel­dun­gen – zum Schluss waren es sage und schrei­be 42 Anmel­dun­gen! Wir woll­ten allen Kin­dern und Jugend­li­chen, die sich ange­mel­det hat­ten, ein paar spa­ßi­ge Tage besche­ren und nie­man­den trau­rig zurück­las­sen. Also setz­ten wir uns wie­der an die Pla­nung und über­ar­bei­te­ten sie meh­re­re Stun­den und Tage. Auf das Ergeb­nis sind wir stolz: Alle 42 ange­mel­de­ten Kin­der und Jugend­li­chen dür­fen mitmachen!

Wie geht das zu Zei­ten von Coro­na? – Wir tra­fen uns jeden Tag von 10 bis 18 Uhr – Über­nach­tun­gen und Duschen waren ja noch nicht erlaubt! Täg­lich wur­den die teil­neh­men­den Kin­der und Jugend­li­chen in Klein­grup­pen von maxi­mal 12 Per­so­nen (inkl. Trai­ner) ein­ge­teilt – ent­spre­chend der zu die­ser Zeit gel­ten­den Ver­ord­nung bzgl. Sport­grup­pen. Die Klein­grup­pen haben dann jeweils ein unter­schied­li­ches Pro­gramm an ver­schie­de­nen Orten absol­viert und nach einer gewis­sen Zeit die Akti­vi­tä­ten getauscht. Auch beim Mit­tag­essen wur­de dar­auf geach­tet, dass alle genug Abstand hiel­ten – pro Bier­tisch­gar­ni­tur vier Per­so­nen war unse­re Regel. Zur Essens­aus­ga­be wur­de jede Tisch­grup­pe ein­zeln nach vor­ne gebeten.

So ver­brach­ten wir gemein­sam vier Tage vol­ler Son­nen­schein: Am Don­ners­tag (25.6.) began­nen wir mit diver­sen kon­takt­lo­sen Spie­len zum „Mit­ein­an­der-Warm-Wer­den“ und Ken­nen­ler­nen, denn es tra­fen Frei­zeit­kin­der, Regatta­kin­der und Junio­ren auf­ein­an­der. Mit­tags stärk­ten wir uns mit Chi­li con Car­ne für die Spie­le­olym­pia­de am Nach­mit­tag: 5 Sta­tio­nen mit je 3 Übun­gen galt es für die 5 Grup­pen zu bewäl­ti­gen. Die Kin­der pad­del­ten, war­fen, spran­gen, ruder­ten und klet­ter­ten um die Wet­te. Am Ende wur­den alle Grup­pen mit tol­len Prei­sen belohnt!

Am nächs­ten Tag sah es mor­gens um 10 Uhr auf dem Boots­platz aus wie bei einem Fahr­rad­ver­leih: wo man nur hin­sah, über­all stan­den Fahr­rä­der! Kla­re Sache – eine Fahr­rad­tour stand an: Es gab vier ver­schie­de­ne Rou­ten für vier ver­schie­de­ne Grup­pen, alle fuh­ren gen Nor­den – jeweils zwei Grup­pen tra­fen sich zur Mit­tags­pau­se an einem Strand. Die Gewit­ter­war­nung am Nach­mit­tag scheuch­te uns schnel­ler wie­der zurück, als wir es ursprüng­lich vor­hat­ten – so konn­ten die Kin­der am Ende noch aus­gie­big baden, denn das Gewit­ter blieb aus in der Schar­fen Lan­ke. Am Sams­tag pauk­ten wir Theo­rie­wis­sen bei Lea, gin­gen in Einern und Geschwis­ter­zwei­ern rudern, und Jol­ly und Lui­se bespaß­ten die Kin­der mit Ken­ter­übun­gen am Steg. Mit­tags genos­sen wir das von Tho­mas ange­rich­te­te Gulasch mit Eis zum Nachtisch.

Am letz­ten Tag – dem Sonn­tag – stand sprich­wört­lich „Wan­der­Ru­dern“ auf dem Pro­gramm. Es wur­den vier Grup­pen gebil­det. Jeweils zwei Grup­pen bil­de­ten ein Team: Die eine Grup­pe wan­der­te zum ver­ein­bar­ten Strand für die Mit­tags­pau­se, die ande­re Grup­pe ruder­te dahin. Dann wur­de getauscht, sodass jeder ein­mal wan­der­te und ruder­te. Zwei Regen­schau­er waren mit von der Par­tie – das stör­te die Kin­der beim Baden herz­lich wenig – sie waren ja eh schon nass. Der Tag ende­te schließ­lich in gemüt­li­cher Run­de mit Gesellschaftsspielen.

Ich habe nun schon vie­le Zelt­la­ger erlebt – die­ses hier gehört sicher­lich in eine ande­re Liga: Zum einen for­der­ten uns die Coro­na-Auf­la­gen her­aus. Zum ande­ren die Mas­se an Anmel­dun­gen der Kin­der und Jugend­li­chen und der Wil­le, nie­man­den unglück­lich zu machen! Wir haben es mal wie­der geschafft – und die vie­len glück­li­chen Kin­der­au­gen samt zufrie­de­ner Eltern sind unser Lohn. Dar­auf sind wir stolz! Nächs­tes Jahr darf es dann aber bit­te wie­der ein wasch­ech­tes Zelt­la­ger sein – mit Zel­ten und duschen!

San­dra Grote

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